Gerotor: mit Energie in die Zukunft

„Die günstigste Kilowattstunde ist diejenige, die nie verbraucht wird“ – so das Motto von Gerotor. In ihrem Metier Energierückgewinnung und Lastmanagement bringt die bayrische Firma Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit für ihre Kunden in Einklang. Denn mit ihren Lösungen arbeiten Maschinen deutlich energieeffizienter.

Als Cleantech-Start-up bedient Gerotor zwei Megatrends: nachhaltiges Energiemanagement sowie Digitalisierung. Gegründet 2015 und ansässig nahe München, widmet sich das Team der Energierückgewinnung und dem Lastmanagement. Und zwar ausgezeichnet: Die Bayern gewannen den Sonderpreis für Energieeffizienz des MM* Awards auf der Weltleitmesse der Metallbearbeitung EMO 2017.

Energiemanagement stellt die Industrie vor Fragen, auf die Gerotor antwortet. Davon ausgehend, dass Werkzeugmaschinen eine Menge Energie verbrauchen, hat die Firma den elektromechanischen Hochleistungs-Schwungmassenspeicher HPS (High Power Storage) entwickelt. Mit diesem realisieren ihre Kunden aktives Energiemanagement – „aktiv“, weil der HPS Maschinen intelligent steuert und Energie dann wieder bereitstellt, wenn der Nutzen am höchsten ist. Das Produkt punktet durch hohe Effizienz, wenig Verschleiß, gute Wirtschaftlichkeit sowie Smart Data.

Dank HPS erweist Gerotor der Umwelt mittels Dekarbonisierung und Digitalisierung der Fertigung einen großen Dienst. Außerdem purzeln dabei die Kosten der Kunden. Dazu Michael Hein, Mitgründer und Vorstand Technik: Frei nach dem Motto: "die günstigste Kilowattstunde ist diejenige, die nie verbraucht wird", helfen wir Produktionsprozessen durchschnittlich 20 Prozent Strom zu sparen und schonen sowohl den Geldbeutel des Betreibers als auch die Umwelt, weil ein verminderter Stromverbrauch eine CO2-Reduzierung nach sich zieht.“

Mit „Leib und Seele“ Made in Germany

Für das Start-up liegt es auf der Hand, auf seinen Standort zu setzen. Schließlich genießt Deutschland in der technischen Produktentwicklung und Produktion einen ausgezeichneten Ruf in aller Welt. Des Weiteren schätzt Marcel Werner, Mitgründer und verantwortlich für Business Development, die funktionierenden deutschen Lieferantennetzwerke und hiesigen Technologieführer. Seinen Fokus hierzulande zu setzen bringt seinem Team, neben anderen Vorteilen, auch rechtlich Planungssicherheit.

Hohe Wirtschaftlichkeit

„Aufgrund der hohen Wirtschaftlichkeit unseres Produktes können wir sowohl vor Ort produzieren als auch anderen Produktionen in Deutschland helfen, durch den Einsatz unseres Energiemanagements wettbewerbsfähig zu fertigen“, betont Hein. Vor allem mit hiesigen Lieferanten und Kunden arbeitet das Unternehmen derzeit. Und es ist stolz darauf, „vor der Haustür“ Arbeitsplätze zu schaffen und das Klima mit zu entlasten. Zudem sind die Mitgründer zuversichtlich, dass der deutsche Standort Weichen bei der Internationalisierung stellt. Doch sie merken auch an, dass qualifizierte Arbeitskräfte aktuell knapp und die Nettoarbeitszeit aufgrund der vielen Urlaubs- und Feiertage niedrig seien. „Das macht personalintensive Produktion unattraktiv, ist aber durch einen hohen Automationsgrad zu kompensieren“, so Hein.

Ohne Zweifel erfreut sich die deutsche Wirtschaft eines starken Umfelds. Dennoch kommt laut Gerotor die Innovationsförderung des Mittelstands häufig zu kurz. Was ist zu tun? „Klassisches Risikokapital ist in Deutschland schwieriger zu bekommen als etwa in den USA oder China. Start-up-Förderung steht zwar auf der politischen Agenda. Doch viele scheitern daran, dass sie über Hausbanken beantragt werden muss oder eine langfristige Durchfinanzierung erfordert. Hier würden wir gern mehr Unterstützung der Politik sehen“, sagt Werner. Er plädiert für eine klare politische Agenda für Technologie-Start-ups in Zukunftsbranchen wie Digitalisierung oder Energieeffizienz. Wenn der Bund mehr Risikobereitschaft bei der Finanzierung von Start-ups zeige, entstünden revolutionäre Technologien. Förderlich wäre, Gründerdarlehen gleich von der KfW an junge Firmen fließen zu lassen.

Digitalisiert geht’s nach vorne

Nach wie vor steht Deutschland im Ländervergleich glänzend da. Gleichwohl sieht Gerotor bei einfachen personalintensiven Tätigkeiten einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Niedriglohnstaaten. Viele Waren seien hier nicht mehr sinnvoll produzierbar, Firmen müssten sich auf automatisierbare Prozesse mit hohen Qualitätsanforderungen ausrichten. Wobei sie von der guten Ausbildungssituation profitierten, die Deutschland als Produktions- und Investitionsstandort ersten Ranges bestärkt.

Keine Verlagerung ins Ausland

Viele Industriesegmente hätten sich etwa nach Rumänien oder Vietnam verlagert, so die Mitgründer. Dennoch: „Heute haben wir eine der produktivsten Industrien weltweit. Dabei ist es wichtig, die Wirtschaftlichkeit und Effizienz immer im Auge zu behalten. Hier bietet die Digitalisierung Möglichkeiten für das Deutschland des 21. Jahrhunderts“; sagt Hein.

Führend im Nischenmarkt 

Wie geht es weiter bei Gerotor? Die Bayern streben danach, weltweit Industrieprozesse durch Energiemanagement preiswerter und umweltverträglicher zu machen. Ihre Märkte sind die produzierende Industrie, Kran- und Regalsysteme im Logistikbereich, Hochgeschwindigkeitsaufzüge sowie Energietechnik und Mobilität allgemein. „Wir treten an, der weltweit größte Hersteller von Hochleistungsenergiespeicher-Systemen zu werden – ein Nischenmarkt, aber ein milliardenschwerer“, betont Hein.

*Zeitschrift Maschinenmarkt; Fotonachweis: Gerotor

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