Weltweite Ausbeutung durch Kinderarbeit

Unternehmen profitieren vom Leid vieler Kinder

Das skrupellose Geschäft mit der Kinderarbeit.

Es sind frustrierende Zahlen, welche die internationale Arbeitsorganisation (ILO) in einem Kinderarbeitsbericht vorlegt. Insgesamt sollen rund 265 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren einer festen Beschäftigung nachgehen. Noch alarmierender sind die Zahlen, welche die ILO in Bezug auf Kinderarbeit veröffentlichte. So sollen rund 168 Millionen Kinder Kinderarbeit betreiben.

Viele Jungen und Mädchen arbeiten auf Plantagen, Müllkippen, auf Feldern sowie in Industriehallen und leisten schwerste körperliche Arbeit in Mienen und Steinbrüchen. Nicht selten schuften Kinder und Jugendliche bis zu 70 Stunden und mehr pro Woche. An ausreichend Ruhe und Schlaf ist nicht zu denken. Körperliche Rückbildungen und Verletzungen stehen an der Tagesordnung. Perspektiven haben diese Kinder nicht, da für Schule und Bildung weder Zeit noch Geld vorhanden sind. Ein Teufelskreis von Ausbeutung und Missbrauch, der oftmals mit dem viel zu frühen Tod endet.

Hilfe durch Alliance 8.7

Die Alliance 8.7 ist eine globale strategische Partnerschaft, die sich dem nachhaltigen Entwicklungsziel Nr. 8.7 verpflichtet, das die Welt dazu aufruft „sofortige und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um Zwangsarbeit abzuschaffen, moderne Sklaverei und Menschenhandel zu beenden und das Verbot und die  Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit, einschließlich der  Einziehung und des Einsatzes von Kindersoldaten, sicherzustellen und bis 2025 jeder Form von Kinderarbeit ein Ende zusetzen“.

Erschreckende Zahlen Kinderarbeit

  • 1,6 Milliarden Kinder weltweit
    Davon sind: – 264,4 Millionen (16,7%) Kinder in Beschäftigung – 167,9 Millionen (10,6%) Kinder in Kinderarbeit – 85,3 Millionen (5,4%) Kinder in gefährlicher Arbeit
  • Altersgruppen
    Kinder, die in Kinderbeschäftigung, Kinderarbeit oder gefährlichen Bereichen arbeiten: – 05-11 Jahre – 164,6 Millionen Kinder – 12-14 Jahre – 137,7 Millionen Kinder – 15-17 Jahre – 215,4 Millionen Kinder
  • Kinderarbeit nach Regionen
    In diesen Regionen müssen Kinder einer Arbeit nachgehen oder werden zur Arbeit gezwungen: – Asien und Pazifik: 240,9 Millionen Kinder – Lateinamerika und Karibik: 40 Millionen Kinder – Subsahara-Afrika: 171,4 Millionen Kinder – Mena: 27,8 Millionen Kinder
  • Wo werden Kinderarbeiter eingesetzt?
    Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Fabriken, Plantagen, Mienen usw.

Hersteller auf Profitjagd

Wirklich alarmierend ist, dass diese Opfer häufig auf das Konto von Herstellern gehen, die ihre Produkte auf den weltweiten Märkten möglichst kostengünstig absetzen wollen. So auch bei uns in Europa. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, weshalb Sie ein schickes T-Shirt in einem Kaufhaus für nur 3 Euro oder noch weniger kaufen können? Es gibt viele Negativbeispiele gerade in der Textilbranche.

Diese Produkte stammen meist aus Asien oder aus anderen Entwicklungsländern. Dabei müssen Bekleidungsstücke erst dort produziert werden und dann den langen Weg nach Europa zu uns in die Regale finden. Der Handel soll auch mitverdienen können. Eine Rechnung, die nur zu Lasten von schlechten und umstrittenen Arbeitsbedingungen, häufig nicht vorhandenen Sozialleistungen und Löhnen jenseits der Armutsgrenze geht.

Am härtesten trifft es die Kinder, die nicht vor Ausbeutung und Misshandlungen geschützt sind. Nicht jeder Hersteller, der in Entwicklungs- und Schwellenländern produzieren lässt, ist an solchen Ausbeutungen beteiligt. Aber dennoch sind es zu viele, darunter auch bekannte Produzenten und Label.

Nach den Informationen von mehreren Hilfsorganisationen, ist Kinderarbeit gerade in der Textilindustrie in fernöstlichen Ländern an der Tagesordnung. Viele Unternehmen haben mittlerweile einen Verhaltenskodex eingeführt, welcher Kinderarbeit verbietet soll. Viele Negativbeispiele zeigen aber, dass es kaum möglich ist, alle in der Welt ansässigen Hersteller zu kontrollieren, sodass es immer wieder zu schlimmen Skandalen kommt.

Wir dürfen nicht wegsehen. Es ist Zeit zu handeln.

Es gibt verschiedene Lösungsansätze zur Bekämpfung von Kinderarbeit. Bildung ist eins der zentralen Themen. Kostenfreie und für jedes Kind zugängliche Schulen sind notwendig. Hilfe von den Regierungen, Hilfsorganisationen, Medien, Spenden und natürlich finanzielle Unterstützung von Unternehmen werden benötigt. Aber nichts ist so mächtig und effektiv wie das Verbraucherverhalten – und hier sind wir alle gefragt. Der Blick auf die Beschreibung auf der Rückseite eines Artikels oder auf das Etikett in einem Kleidungsstück verrät einiges über das Produkt. Achten Sie bei der Warenmakierung darauf, aus welchem Land das Produkt stammt. Sie können mit einem vorausschauenden Bewusstsein in Ihrem Kaufverhalten vieles nachhaltig ändern.

Hilfsorganisation Unicef

Zwölf Stunden Schwerstarbeit sind keine Seltenheit.

Gewinnorientiert um jeden Preis. Das ist das Motto von vielen Produzenten und Lieferanten in Entwicklungsländern. Kindern in diesen Regionen Schwerstarbeit zuzumuten, ist der denkbar schlechteste Ansatz und löst keine Probleme. Vielmehr brauchen auch diese Kinder Perspektiven mit einer ausreichenden Bildung und späterer sinnvoller Integration in die Arbeitswelt. Daher empfehlen wir, Produkte "Made in Germany" zu kaufen, da diese Waren in einem rechtssicheren und sozial gerechten Umfeld entstehen. 

SOS Kinderdörfer

Hilfe aus der Politik

Zahlen und Fakten BMZ

  • Deutschlands Beitrag zur Entwicklungshilfe
    Das Bundesministerium veröffentlicht jährlich Fakten und Zahlen zur weltweiten Entwicklungshilfe.
  • ODA-Zahlen
    Die Entwicklungsleistungen Deutschlands und anderer Geber werden an der sogenannten ODA-Quote (= Anteil der öffentlichen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit am Bruttonationaleinkommen, BNE) gemessen.
  • IATI-Zahlen
    Die umfassende und aktuelle Darstellung und Erläuterung der entwicklungspolitischen Leistungen der Bundesregierung dient der Information der Öffentlichkeit über die Verwendung öffentlicher Mittel.

Lösungsansätze

Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie neben einem bewussteren Kaufverhalten auch direkt helfen können.

Hersteller versprechen Besserung

Die Resultate passen so gar nicht zu den Nachhaltigkeitsberichten der Hersteller vieler Branchen, in denen viel von sozialer Gerechtigkeit und Verantwortung für das menschliche Leben gesprochen wird: Ungerechtfertigt niedrige Löhne, unmenschliche Überstunden bei Kindern sind in Dritten Ländern, Nahost und Schwellenländern demnach keine Ausnahme. Arbeitsverträge gibt es so gut wie keine. Wenn dann geben diese keinen ausreichenden Schutz vor Missbrauch und Willkür. Viele Kinder kommen daher nicht mal auf den armseligen gesetzlichen Mindesrarbeitslohn von etwa 2,48 Euro pro Tag. Die meisten Kinder leben in Slums, ohne Elektrizität und fließend Wasser. Oder sie sind sogar öfters obdachlos und sind oftmals völlig auf sich alleine gestellt. Hier bekommen Sie noch mehr Zahlen und Fakten dazu.


Bildnachweis: Fotolia 

Entwicklungshilfen erhöhen

Vieles ist machbar, wenn Entwicklungshilfen mit Schwerpunkt Bildung erhöht werden. Die internationale Weltgemeinschaft muss sich weiter einsetzen, um diese Probleme zu lösen und darf sich nicht nur auf die drei größten Entwicklungsfinanzierer Deutschland, USA und Großbritannien verlassen. Eine gewaltige Aufgabe, die nur gemeinsam gelöst werden kann.

Unser Appell an die Hersteller

Der Appell gilt jenen Herstellern, die dazu ihre Produktionen aus den Heimatländern in Niedriglohnnationen verlagern. Diese Unternehmen steigern ihre Gewinne oftmals auf Kosten von Menschenrechtsverletzungen und Kinderarbeit. Dass es auch anders geht, zeigen viele andere erfolgreiche Firmen in der Bundesrepublik.

Sensibilität der Verbraucher

Mit einer klaren Haltung zu Produkten und Dienstleistungen Made in Germany kaufen Sie nicht nur die beste Qualität, sondern tragen Ihren Teil zu einer globalen Gerechtigkeit bei und setzen ein positives Zeichen für die Zukunft von Millionen Kindern. Produkte aus Deutschland werden in einem rechtssicheren und einem sozial gerechten Raum gefertigt.

Viel Vernunft und Patriotismus

Die Verbundenheit zu heimischen Herstellern und Anbietern von Erzeugnissen mit Prädikat Made in Germany sollte uns am Herzen liegen. Zeigen Sie Haltung und setzen Sie auf Qualität, Langlebigkeit und einen sicheren Handelsraum. Verbinden Sie Erzeugnisse Made in Germany mit Idealismus und nationalem Interesse. Nur so sichern wir unseren Wirtschaftsstandort.

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