Deutsche Forschung

Die bedeutendsten Teilgebiete der deutschen Forschung

Grundlagenforschung: Bei der Grundlagenforschunggeht es allein um den Erkenntnisgewinn, sie ist also nicht an einen bestimmten Zweck gebunden. Elementare Verhaltensmechanismen, Funktionszusammenhänge und Grundstrukturen werden vor allem an wissenschaftlichen Hochschulen untersucht, um gesellschaftlich relevante Gesetzmäßigkeiten menschlichen Verhaltens zu ergründen.

Alle Wissenschaften arbeiten mit Grundlagenforschung, besonders im Bereich Medizin und Naturwissenschaft kann dadurch ein großer Prozentsatz neuer Stoßrichtungen in verschiedenen Disziplinen gewonnen werden.

Der Erkenntnisgewinn aus der Grundlagenforschung bringt in der Regel einen hohen Nutzen für den Alltag der Menschheit mit sich. Darauf spezialisierte Einrichtungen der deutschen Forschung sind die Max-Planck-Gesellschaft e.V. und die Institute der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Angewandte Forschung: In diesem Gebiet geht es darum, ein zuvor definiertes Problem durch gezielte Forschung zu lösen, also praxisrelevante, nützliche Erkenntnisse zu gewinnen. Diese Art der Forschung, die vielfach wirtschaftlich motiviert ist, findet an Hochschulen, in der freien Wirtschaft und an den Instituten der Fraunhofer Gesellschaft statt. Die daraus gewonnenen Ergebnisse werden in praktische Erfahrungen beziehungsweise die Erzeugung neuer Werkstoffe, Produkte und Vorrichtungen umgesetzt. Häufig dient die Zweckforschung der Grundlagenforschung als Ideengeber. Das Wissen für die angewandte Forschung liefert im Umkehrschluss die Grundlagenforschung.

Translationale Forschung

Die Schnittstelle zwischen der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung ist die translationale Forschung, die auch als gezielte Grundlagenforschung bezeichnet wird. Besonders im Bereich der Medizin wird diese Art Forschung betrieben, um als patientenorientierte Forschung langfristig die Volksgesundheit zu verbessern. Ein wichtiges Forschungsinstitut in diesem Bereich ist die Leibnitz-Gemeinschaft.

 

Wer ist die Deutsche Forschungsgemeinschaft und was tut sie?

Der Selbstzweck des eingetragenen privatrechtlichenVereins besteht darin, alle Zweige der Wissenschaft zu fördern. Im Kern fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft die erkenntnisorientierte Forschung. Forschungsintensive Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, wissenschaftliche Verbände und Akademien der Wissenschaften sind Mitglieder. Finanziert wird die DFG hauptsächlich durch Bund und Länder.

Die zielgerichtete Förderung kommt engagierten Forschern und Forscherinnen zugute – vor allem junge Wissenschaftler erhalten Zuwendungen. Dafür werden die am sinnvollsten erscheinenden Projekte an Hochschulen und Forschungsinstituten finanziert. Die Tätigkeit des Vereins macht die DFG zu einer wichtigen Säule der deutschen Wissenschaft.

Auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit wird unterstützt. Im Jahr 2017 verfügte die Gemeinschaft über einen Förderungsetat von etwa 3,2 Milliarden Euro. Der größte Anteil wird für die Lebenswissenschaften verwendet.

 

In welchen Bereichen ist die Deutsche Forschung besonders weit fortgeschritten?

Grundlagenphysik und Astronomie: Deutschland beschäftigt sich mit der physikalischen Grundlagenforschung, die an Teilchenbeschleunigern in Hamburg und Darmstadt untersucht werden. Einen wichtigen Beitrag zu Forschungsprojekten leistet Deutschland außerdem durch Beteiligungen im Ausland – unter anderem am CERN in der Schweiz, der europäischen Südsternwarte in Chile und an Weltraumsonden. 

Materialforschung: Die deutsche Forschung hat die Materialforschung in den Hochzeiten der Kerntechnik vorangebracht, da dafür hoch belastbare Materialien benötigt wurden. Seitdem ist viel passiert – in der Luft- und Raumfahrt, im Maschinenbau, bei Bau- und Fahrzeugtechnik und erneuerbaren Energien werden gewonnene Erkenntnisse eingebracht und vorangetrieben.

Maschinenbau: Mit dem deutschen Maschinenbau überflügeln unsere Ingenieure die Konkurrenz. Nach wie vor ist die Ausbildung an deutschen Universitäten top und bringt Spezialisten hervor, die stetig neue Erfindungen machen. So ist die deutsche Forschung unter anderem im Bereich der 3d-Drucker ganz weit vorne.

Nanotechnologie: Die Batterietechnik, Biochemie und Medizin profitieren enorm von der Entwicklung neuer Materialien. Auch im Bereich der Grundlagenforschung ist die Nanotechnologie beliebt. In den großen Industrie- und Chemie-Regionen Deutschlands wird sich besonders mit Nanotechnologie beschäftigt.

Biotechnologie: Unter Biotechnologie versteht man die traditionelle Pflanzenzucht, die mit Hightech optimiert wird. Die Ergebnisse sind chemische Industrieprodukte, Forschung im Bereich erneuerbarer Treibstoffe sowie Kunststoffe und Medikamente.

Krebsforschung: Die deutsche Forschung bringt immer wieder neue zukunftsweisende Methoden zu individuellen Therapien hervor. Diverse genetische Veranlagungen werden dabei ebenso berücksichtigt wie die allgemeine Stärkung der Immunabwehr. Besonders engagieren sich hier das Deutsche Krebsforschungszentrum und einige Universitätskliniken.

Infektionsbiologie: Unter anderem hat die deutsche Forschung einen großen Anteil am Impfstoff gegen Ebola, der dazu geführt hat, dass die Seuche heutzutage kontrolliert werden kann. In diesem Bereich forschen unter anderem das Robert-Koch-Institut und das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin.

Erneuerbare Energien: Auch in diesem wichtigen Bereich ist die deutsche Forschung top. Die weitgefächerten Themengebiete umfassen Turbinen, Windkraftanlagen, Solaranlagen, Sonnenöfen und Biotreibstoffe. Auch die weißen LEDs und die OLEDs sind ein Produkt deutscher Forschung.

 

Welche Nationen sind die größten Wissenschaftsnationen?

Unsere globalisierte Welt steht vor immer neuen Herausforderungen. So müssen beispielsweise die Probleme durch den Klimawandel ebenso wie die der Digitalisierung von engagierten Forschern gelöst werden. Besonders die deutsche Forschung stellt Jahr für Jahr viele Studienplätze und Absolventen in naturwissenschaftlichen Fächern und belegt laut der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) den zweiten Platz im Ranking der besten Wissensnationen überhaupt. 

Besser als Deutschland schneidet hier nur Südkorea ab, wo über 31% der Absolventen Naturwissenschaften studiert haben. Prozentual liegen wir nur knapp dahinter – mit immerhin 31% und durchschnittlich 10.000 zukünftigen Forschern pro Jahr. Auf den nachfolgenden Plätzen rangieren Schweden und Finnland mit je 28%, danach folgen Frankreich (27%), Griechenland und Estland mit 26% sowie Mexiko mit 25%. Die Plätze 9 und 10 belegen Österreich und Portugal mit jeweils 25%.

 

Wer finanziert die deutsche Forschung?

Die Finanzierung der deutschen Forschung ist sehr vielfältig. Ein Grund dafür ist, dass Bund und Länder ihre eigenen Projekte selbständig tragen. Neben den forschenden Pharmaunternehmen selbst tragen die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), private Geldgeber, Unternehmen, die Europäische Union sowie Gremien und Initiativen zur Finanzierung der deutschen Forschung bei.

 

Wohin expandiert die deutsche Forschung?

Seitdem sich der asiatisch-pazifische Raum zu einem der größten Forschungszentren der Welt entwickelt hat, werden auch Aktivitäten deutscher Forscher in diesen Breiten gefördert. Aus diesem Grund sind Deutsche Forschungseinrichtungen in Australien, China, Indonesien, Malaysia, Thailand, Vietnam, Japan, Neuseeland Nordkorea und Singapur längst geplant.

Da der internationale Austausch für Forschergruppen für Projekte und Ergebnisse sehr förderlich ist, werden sogenannte Kooperationsnetzwerke unterstützt. Diese führen unter anderem zu gemeinsamen Laboratorien, Versuchslagern und Prüfeinrichtungen. Geforscht wird vor allem im Bereich Medizintechnik, erneuerbare Energien, Gesundheit sowie Umwelt- und Wassertechnologien.

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