Mitgedacht: die Kochbox gegen Lebensmittelverschwendung

Fragt man die Deutschen, meinen sie nicht, besonders viele Lebensmittel zu verschwenden. So glauben die meisten, sie äßen alles, was sie kaufen. Doch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft nennt zur Lebensmittelverschwendung in Deutschland erschreckende Zahlen: Jedes achte gekaufte Lebensmittel werfen wir anschließend weg. Gegen diese Vergeudung richtet sich die Idee der Kochboxen.

Pro Kopf entfallen hierzulande im Jahr durchschnittlich 82 Kilogramm an Nahrungsmittelverschwendung. Mit 44 Prozent sind Obst und Gemüse die am häufigsten weggeworfenen Produkte, denn sie sehen am ehesten unappetitlich aus, obwohl sie es noch gar nicht sind. Am zweithäufigsten trifft es Milchprodukte. Sie werden zu früh entsorgt, weil der Verbraucher ihrer Haltbarkeit nicht traut. Oft beginnt die Lebensmittelverschwendung bereits mit der Kaufverweigerung direkt im Supermarkt. Dort werden viele Esswaren aus rein optischen Gründen nicht gekauft, man denke an krumme Gurken oder zerschrammte Dosen. Sie muss der Einzelhandel manchmal entsorgen; teilweise verlassen sie nicht einmal den Transporter, mit dem der Lieferant sie bringt. Auch diese Vergeudung geht direkt auf das Konto des kritischen Verbrauchers. Dieser wirft dann zu Hause zusätzlich die Lebensmittel weg, die er für unappetitlich hält, obwohl sie nicht verdorben und schon gar nicht ungenießbar sind. 

Wie die Kochbox gegen Lebensmittelverschwendung wirkt

Eine Lösung für dieses Problem hat sich vor einigen Jahren eine deutsche Familie überlegt und mit ihrem Unternehmen in die Tat umgesetzt: HelloFresh mit Sitz in Berlin wurde im Jahr 2011 gegründet. Das Start-up möchte seinen Kunden frisches und nachhaltiges sowie einfaches Kochen ermöglichen. Dafür bietet es seinen Verbrauchern die innovativen Kochboxen an. Sie enthalten ein Rezept, das der Besteller sich zuvor im Internet ausgesucht hat, samt aller Zutaten für seine Zubereitung und in exakt der benötigten Menge. Das Konzept: Nichts wird verschwendet, alles ist frisch, und das selbstständige Zubereiten löst die Tiefkühlware und das Dosenfutter ab. 

HelloFresh ist nach eigenen Angaben weltweit der größte Lieferdienst für nach Rezept zusammengestellte Lebensmittel. Ähnliche Konzepte gibt es inzwischen auch von anderen Firmen, wie marleyspoon.de oder kochhaus.de. In Deutschland stehen bei HelloFresh im Abonnement drei Varianten an Kochboxen zur Wahl. Es gibt die Classic-Box mit Fleisch oder Fisch und Gemüse, eine vegetarische oder eine Box voller Obst. Auch das Wechseln zwischen den Richtungen ist jederzeit auf der Firmenwebsite kostenlos möglich. 

So kommt der Verbraucher an seine Kochbox

Bereits sechs Wochen im Voraus kann der Kunde bei HelloFresh seine Kochboxen und somit seine Menüs zusammenstellen. Die angebotenen Gerichte wechseln wöchentlich. Vorab lässt sich in die Rezepte hineinsehen, also nach Geschmack, möglichen Unverträglichkeiten und Laune sortieren. Jedes Paket enthält saisonale Produkte aus Deutschland, alles ohne Zusatzstoffe, die nicht nach Biostandards erlaubt sind. 

Der Verbraucher wählt die Größe seiner Bestellung aus, indem er angibt, wie viele Personen es zu bekochen gilt. Auch die Anzahl der Pakete pro Woche lässt sich variieren. So entsteht über die Angaben von Menge, Rezeptart und Versandzeit der Lieferung ein individueller Wochenplan mit frischen, saisonalen und gesunden Rezepten samt Zutaten, die man nur noch zubereiten muss. Laut Unternehmen halten die Boxen sich dank integrierter Kühlung bis zu 36 Stunden lang frisch; kein Problem also, wenn man am Ende doch nicht zum Arbeiten am Herd kommt und die Zubereitung um einen Tag verschiebt.

Zeitersparnis dank kompletter Kochpakete

Eines der Hauptargumente, mit dem die Gründer von HelloFresh werben, ist die Zeitersparnis durch das Nutzen der Boxen. Und man muss zugeben, dass es ansonsten eine Weile dauert, bis man sich für eine mehrköpfige Familie überlegt hat, was in der kommenden Woche einzukaufen und zu kochen ist. Will man es ausgewogen, nachhaltig, abwechslungsreich, frisch und gesund, muss man dafür auf saisonale und regionale Produkte zurückgreifen. 

Nicht jedem ist der Gang zum Wochenmarkt möglich, und wiederum nicht jeder möchte die in Plastik verpackten angeblichen Bioprodukte aus Übersee im Supermarkt kaufen. Dort sind Waren oft nicht nur teuer, sondern zusätzlich unethisch und unökologisch angebaut, verarbeitet und geliefert – eben gar nicht „bio“ und nachhaltig. So macht man es sich letztlich an stressigen Arbeitstagen eher leicht und greift zur Tiefkühlpizza oder zur Brotzeit. Letztlich ist es sowohl als Single als auch als Familie nicht einfach, die richtige Menge frisch und rechtzeitig einzukaufen und sich zuvor auch noch ausgewogene Rezepte zu überlegen. 

Nur was der Kunde wirklich braucht

Wenn Hello Fresh die frischen und gekühlten Lebensmittel anliefert, sind sie bereits exakt abgewogen auf die Menge, die der Kunde zum Kochen brauchen wird. Selbst untalentierten Köchen gelingt so eine leckere Mahlzeit. Auf Spaß am Zubereiten und somit auf einfache Rezepte, die dennoch inspirierend und lecker sind, legen die Ideenfinder von HelloFresh besonderen Wert. Die von dem Familienunternehmen ausgesuchten Lieferanten unterliegen strengen Qualitätskontrollen. In der Freshbox sind nur die besten Zutaten enthalten. 

Lebensmittelverschwendung gibt es dank der exakten Zutatenmenge von Seiten der Firma nicht. Und noch etwas überzeugt: die nachhaltigen Verpackungen, die das Unternehmen einsetzt. Eingewickelt wird nur, was dies erforderlich macht. Äpfel in Folien wird man in einem Paket nicht finden. Überhaupt ist die Kochbox nicht nur FSC® zertifiziert; die in ihr enthaltenen Zutatentüten lassen sich auch einfach wiederverwenden. 

Lohnt sich der Umstieg auf Kochpakete?

Für ganztägig arbeitende Eltern ist die Kochbox sicherlich ein hervorragende Alternative und finanziell wie zeitlich eine Ersparnis. Das gilt aber nur, wenn diese auch sonst frische, gesunde und abwechslungsreiche Mahlzeiten herstellen würden. Gegen den regelmäßigen Konsum von Fertigprodukten kommt die Kochbox preislich nicht an. Kochabende mit Freunden lassen sich mit den Boxen ebenfalls gut planen, vor allem, weil man nicht Gefahr läuft, sich in der Menge der Zutaten zu verschätzen oder etwas zu vergessen. Auch für diejenigen Hobbyköche, die gerne am Herd loslegen, aber nicht selbst auf Rezeptsuche gehen, oder denen immer mal wieder eine besondere seltene Zutat fehlt, ist die Box eine großartige Sache. Den ambitionierten und erfahrenen Heimköchen allerdings wird gerade diese Herausforderung fehlen. Zudem muss man die Bestellung verwerten, wenn sie einmal geliefert wurde. Ein spontaner Grillabend bei Freunden ist zwar möglich, jedoch nur, wenn man eine der neuen Grillboxen von HelloFresh mitnimmt oder aber die frischen Zutaten definitiv am Folgetag verwerten kann. Fazit: Ausprobieren lohnt sich in jedem Fall.

Bilder: Hello Fresh

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