Revolutionär: sauberes Wasser ohne Chemikalien

Da denkt man, es gäbe einige unumstößliche Fakten in unserer Welt, und dann stellt eine Made-in-Germany-Erfindung simpelste Annahmen infrage. Nicht so schlimm, nur möchte man verstehen, wie diese Neuerung funktioniert - hat man doch das Gefühl, wieder im Physikunterricht zu sitzen und mit offenem Mund den Lehrer anzustarren. Und die Idee ist toll: Wasser reinigen, ohne zusätzliche Mittel hineinzuschütten.

Statt dieser Mittel  filtert quasi ein Magnet den Dreck heraus,und die gleiche Metallfolie verhindert, dass Kalk und andere Stoffe sich an Apparaturen heften. Ganz ohne Chemikalien klappt es noch nicht, aber die Firma Mol in Sachsen-Anhalt hat gemeinsam mit kommunalen und internationalen Partnern jene dünne Metallfolie und damit das Verfahren Mol-Lik beziehungsweise Mollik entwickelt, das zumindest den Chemikalieneinsatz extrem reduziert.

 

Wie funktioniert Mol-Lik?

Dafür muss man wissen, dass nach neuer Definition Wasser nicht einfach flüssig ist. Wer hätte das gedacht? Im Zuge der Technologieentwicklung des Metallfolienkatalysators kamen grundlegend neue Ansichten zum Vorschein: Wasser besteht aus zwei Grenzstrukturen – „bulk-Wasser“ (ähnlich Eis) und „molekularem Wasser“ (ähnlich Dampf) – und diese Grenzstrukturen sind über die Dissoziation des Wassers miteinander verbunden. Der neu entwickelte Katalysator beschleunigt die Einstellung des jeweiligen Gleichgewichtsverhältnisses. Alles klar soweit?

Die Firma Mol erklärt das so: „Wenn Sie in technischen Prozessen Wasser nutzen, so verändern Sie dessen physikalische Eigenschaften, indem Strukturen des Wassers hierfür genutzt werden, welche sonst für das Lösen von Stoffen (zum Beispiel Kalk und Salze) zuständig sind oder sie schaffen sich einen Überschuss an lösenden Strukturen, die dann auch vor dem Material Ihrer Anlage nicht halt machen.“ Mol-Lik stelle das Gleichgewicht wieder her, ergo sauberes Wasser und keine Kalke oder Salze, welche die Anlage angreifen. Logisch, oder?

Falls nicht, ist das auch ok. Man kann jedenfalls versichert sein, dass nach der Wiederherstellung des Gleichgewichts durch eben jene Metallfolie das Wasser sauber ist. Ohne dass Mengen an Chemikalien darin sind. Grundlagenforschung und Innovationsgeist Made in Germany.

Wer nicht an einem Physik- und Chemie-Overload leidet und genau wissen möchte, wie das System funktioniert, kann hier auf der Firmenwebsite nachlesen.

 

Erfindung Mol-Lik für Großversorger und Privathaushalte

Für wen ist diese Erfindung interessant? Tatsächlich profitieren Großversorger und Konzerne von dem neuen System, aber auch in Privathaushalten hält sie zum Beispiel Schwimmbecken sauber. Denn, wie jeder private Poolbesitzer weiß, sind Filteranlagen und eine ausgewogene Wasserbehandlung mit Chlor eine Wissenschaft für sich.

Aber natürlich zielt die Erfindung hauptsächlich auf Betreiber großer Wassersysteme ab, für besseres Wasser mit weniger Kostenaufwand. In Russland wird das Verfahren bereits erfolgreich in der Behandlung von Warmwasserversorgungssystemen eingesetzt. Aber auch in anderen Bereichen arbeitet das System einwandfrei.

Außerdem profitieren von der Erfindung Betreiber oder Hersteller von Kühlkreisläufen, Bädern, Lackierstraßen, Beregnungsanlagen, klimatechnischen Anlagen sowie Umkehrosmose- und Filtrationsanlagen.

Wer keinen Pool im Haus hat, kann trotzdem im Privatbereich auf Mol-Lik zurückgreifen. Der Mol-Lik Cube Home ist ein kleiner Würfel, der im Besteckkasten des Geschirrspülers die Maschine und außerdem vor schlechten Gerüchen, Rostflecken auf Besteck und angelaufenen Gläsern schützt. 

 

Wer ist die Mol Katalysatorentechnik GmbH?

Die Firma besteht seit 1995. Ihre Schwerpunkte liegen in der Entwicklung, Herstellung und im Vertrieb von qualitativ neuartigen Mineral-Metall-Katalysatoren und darauf aufbauenden Technologien zur Erzeugung von reiner Luft und sauberem Wasser sowie von Solartechnologien. Geschäftsführer ist Dr. Jürgen Koppe.

Für die Erfindung des Mol-Lik-Verfahrens hat das Unternehmen ordentlich Preise eingeheimst. Am 18. Mai 2017 wurde auf dem Innovationstag Mittelstand des BMWi die erfolgreiche Umsetzung der Projektergebnisse als „ZIM-Einzelprojekt des Jahres“ mit der Übergabe einer Urkunde der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ausgezeichnet. Und am 14. September 2016 wurde die Firma zum Bundessieger der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ in der Kategorie Umwelt gewählt.

Sauberes Wasser und Geräteschutz Made in Germany. Wenn dank der Erkenntnisse dieses Unternehmens Wasser nicht mehr einfach flüssig ist, was stellen Erfinder wohl als nächstes infrage? Das steht in den Sternen des Innovationshimmels.

Foto: Pixabay.com

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden. Hier können Sie einen neuen Kommentar verfassen.

Sitzung abgelaufen

Ihre Sitzung ist abgelaufen. Möchten Sie fortfahren? Dann aktualisieren Sie bitte Ihren Browser.

Seite aktualisieren

Bestätigen

Klicken Sie auf Bestätigen, um die Aktion durchzuführen.