Typisch „Made in Germany“: die Automobilmarke mit dem Stern

Die Daimler AG gilt in aller Welt als eins der bedeutendsten „Made in Germany“ Unternehmen. Doch auch in dieser Firmenhistorie gab es neben vielen Höhen auch manche Tiefen.

Man schreibt das Jahr 1886, als die Geschichte der Automobilmarke mit dem Stern beginnt. Carl Benz konstruiert den Patent-Motorwagen, Gottlieb Daimler die Daimler-Motorkutsche. Beide Gründer schaffen Firmen – der eine die Benz & Cie., der andere die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG). Erst 1924 verbinden sich die Konkurrenten und 1926 erwächst aus dem Verbund die Daimler-Benz AG (DBAG) – die Automobilmarke Mercedes-Benz entsteht.

Zweiter Weltkrieg

Der Krieg wirft seine Schatten voraus und so baut Daimler-Benz ab 1937 zunehmend militärische Fahrzeuge, Flug- und Großmotoren und insgesamt Rüstungsprodukte. Hingegen kommt die Pkw-Fertigung bis Ende 1942 praktisch zum Stillstand. Die dunklen Seiten der deutschen Geschichte lasten auch auf diesem Automobilhersteller. So ist 1944 nahezu jeder zweite Arbeiter der 63.610 Mitarbeiter ein ziviler Zwangsarbeiter, Kriegsgefangener oder KZ-Häftling.

Nach dem Zweiten Weltkrieg steht der Konzern zu seinem Handeln während der NS-Zeit und wird Mitglied der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, die unter anderem ehemalige Zwangsarbeiter entschädigt.

Florierendes Geschäft

Dank der Alliierten im Westen lebt die Produktion von Daimler-Benz wieder auf, sodass das Unternehmen den Wiederaufbau Deutschlands tatkräftig unterstützt. In dieser Zeit werden insbesondere Nutzfahrzeuge benötigt. Ab Ende der Vierzigerjahre geht es bergauf für die Automobilmarke mit dem Stern. Im Zuge des „Wirtschaftswunders“ fertigt das Unternehmen verstärkt auch international.

Ein wichtiger Meilenstein der Firmenhistorie ist der Kauf von Hanomag-Henschel und Krupp – dies bringt Daimler-Benz zum Ende der 1960er-Jahre/um 1970 an die weltweite Spitze der Lkw-Hersteller. 1970 entsteht auch die MTU Motoren- und Turbinen-Union, mit der das MAN-Werk Allach und der Friedrichshafener Werkskomplex des Automobilherstellers unter ein Konzerndach kommen.

In den1980er-Jahre will Edzard Reuter als Unternehmenslenker einen integrierten Technologiekonzern aus Daimler-Benz bilden. 1985 partizipiert der Automobilproduzent am Luft- und Raumfahrtspezialisten Dornier sowie an der AEG AG. Das Fahrzeuggeschäft geht 1989 in die neu geschaffene Mercedes-Benz AG über – fortan tragen nur noch deren Fahrzeuge den Stern. Des Weiteren entsteht die Deutsche Aerospace AG (DASA), welche die Sparten Luft- und Raumfahrt von Dornier und MTU sowie die Telefunken Systemtechnik vereint; ab 1995 heißt dieser Konzernteil Daimler-Benz Aerospace. Das Unternehmen wächst weiter mit der Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH (MBB) und der Daimler-Benz InterServices (debis) AG.

Ab 1995 steht unter der Firmenleitung von Jürgen E. Schrempp wieder das Fahrzeuggeschäft im Fokus der Produktion und der Konzern agiert fortan internationaler. Ende der 1990er-Jahre beteiligt er sich an Mitsubishi Motors mit 37 Prozent und Hyundai Motor Company mit 10 Prozent. 1998 folgt die Fusion mit dem US-Unternehmen Chrysler Corp. Allerdings entwickelt sich dieser Produzent wirtschaftlich negativ, sodass sich Daimler-Benz unter der Führung von Dieter Zetsche wieder von dem US-Automobilhersteller trennt. Ab Oktober 2007 firmiert der Stuttgarter Konzern als Daimler AG.

Heutige Größe

Heute vereint die Daimler AG die Geschäftsbereiche Mercedes-Benz Cars, Daimler Trucks, Mercedes-Benz Vans, Daimler Buses und Daimler Financial Services unter ihrem Dach und zählt zu den bedeutendsten Herstellern von Premium-Pkw. Zudem ist der Konzern der global größte Nutzfahrzeugproduzent.

Des Weiteren investiert die Daimler AG laut Eigenaussage als einziger Automobilproduzent weltweit in den Hybrid- und den Elektromotor sowie in die Brennstoffzelle. 2011 konzipieren die Firmenlenker die Wachstumsstrategie „Mercedes-Benz 2020“: Durch die gemäß eigenem Anspruch stärkste Marke und die besten Produkte plant der Konzern spätestens ab 2020 im Premiumsegment die meisten Fahrzeuge abzusetzen.


Bildnachweis: Fotolia 

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden. Hier können Sie einen neuen Kommentar verfassen.

Sitzung abgelaufen

Ihre Sitzung ist abgelaufen. Möchten Sie fortfahren? Dann aktualisieren Sie bitte Ihren Browser.

Seite aktualisieren

Bestätigen

Klicken Sie auf Bestätigen, um die Aktion durchzuführen.