U-Boote

Abtauchen ohne Luft zu holen

Besonders ruhmreich ist die Geschichte der Unterseeboote nicht. Obwohl die Ursprungsidee schön war: Quasi entgegengesetzt zum Traum vom Fliegen, faszinierte die Erfinder der Gedanke, sich unter Wasser zu bewegen, ohne nach Luft zu schnappen.


Als berühmtester Entwurf für U-Boote sind uns vermutlich die Zeichnungen Leonardo da Vincis erhalten geblieben. Wie so viele technische Neuerungen, hat er auch diese vorhergesagt und akkurat aufgezeichnet. Aber lange zuvor hat der Grieche Archimedes sich schon mit U-Booten beschäftigt. Allerdings hatte die Verwirklichung leider militärische Hintergründe. Nur deshalb wurden Erfinder fortan effektiv unterstützt, und auch deutsche Ingenieure haben die Innovation so vorangetrieben, dass heute Unterseeboote bis in die Tiefsee vordringen können. Zum Glück auch zu Forschungszwecken oder zum Heben von Schiffswracks. Ingenieurskunst Made in Germany für die Wissenschaft und – so ist zu hoffen – nur noch zu reinen Verteidigungszwecken beziehungsweise für die Sicherheit.

Archimedes - Der Mann der die Welt veränderte

Unterseeboote Made in Germany

Bevor ein echtes U-Boot in See stach, gab es viele Anläufe und Fehlschläge. Die ersten realisierten Variationen waren eher Tauchkapseln. Das Modell des Holländers Cornelis Jacobszoon Drebbel schaffte es nur auf dreieinhalb Meter Tiefe, weil ein Schnorchel die Tauchhöhle mit Luft versorgte und der Druck es sonst zerstört hätte. Die „Turtle“ war ein kugelförmiges U-Boot des amerikanischen Erfinders Daniel Bushnell – ein Einmanngefährt und das erste mittels Handkurbel betriebenem Schraubenpropeller. 

Der Deutsche Sebastian Wilhelm Valentin Bauer schuf das erste moderne U-Boot und versenkte es bei der ersten Probefahrt 1851 in der Kieler Förde. Die „Brandtaucher“ war aus Geldgründen nicht so beschaffen, wie er es zunächst aufgezeichnet und ausgerechnet hatte. Prompt sank sie auf den Grund, inklusive Bauer und Besatzung, die sich aber befreien und an die Oberfläche schwimmen konnten. Das U-Boot wurde geborgen und steht heute im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden. Seine „Seeteufel“ danach funktionierte allerdings einwandfrei und war zu militärischen Zwecken ab 1856 für Sankt Petersburg im Einsatz. Bauer war auch der Erste, der Ende des 19. Jahrhunderts daran dachte, Dieselmotoren in Unterseebooten einzubauen, weil Muskelkraft auf Dauer natürlich nicht ausreichte.

Schließlich konstruierte er U-Boote zum Heben von Wracks, anstelle Schiffe zu versenken oder Brücken zu sprengen. Diese Entwürfe funktionierten ausgezeichnet. Bauer avancierte zum kaiserlichen Submarine-Ingenieur und erhielt den Auftrag, ein untergegangenes Linienschiff zu heben. Also konstruierte er eine Taucherkammer und Hebeballons. In Lindau entwickelte er ab 1858 seine Geräte für Schiffsbergungen und für die Kabellegung weiter. Und 1863 gelang es ihm, den zwei Jahre vorher gesunkenen Dampfer „Ludwig“ zu heben. Zurück in Konstanz, entwickelte Bauer weitere Geräte zur Verlegung von Kabeln. Alles Made-in-Germany-Erfindungen, die uns noch heute helfen.

U-Boote und der deutsche Heldenmythos

Das erste U-Boot, das nach mehreren Testfahrten in Deutschland im Dienst der kaiserlichen Marine im Meer kreuzte, war die U1. Kaiser Wilhelm II. ordnete an, die Schiffe durchzunummerieren, anstatt ihnen Namen zu gehen. Sie seien eine unritterliche Waffe, weil sie sich in seinen Augen unbemerkt an Schiffe heranschlichen und sie hinterrücks zerstörten. Schon im Ersten Weltkrieg forderte der Beschuss durch U-Boote viele Menschenleben. Vor allem am 7. Mai 1915 durch die deutsche U 20, die das Passagierschiff „Lusitania“ versenkte und 1.200 Menschen tötete.

Noch brutaler schlug diese „Waffe“ im Zweiten Weltkrieg zu. Die U-Boot-Schlacht verlagerte sich in den Nordatlantik und wurde immer blutiger. Erst versenkten deutsche U-Boote etliche Schiffe. Dann wurden sie vom Jäger zum Gejagten. Durch die Weiterentwicklung der Radar- und Sonartechnik enttarnten die Alliierten immer mehr deutsche Unterwasserfahrzeuge. Die Opferzahlen deutscher U-Boot-Fahrer stiegen dramatisch an. Drei von vier ließen im Krieg ihr Leben. So entstand ein Heldenmythos mit anschließender Ernüchterung. 

Die deutsche Filmbranche reagierte entsprechend: Morgenrot (1933) trieft noch vor Patriotismus und U-Boot-Romantik. Die Filme U 47 – Kapitänleutnant Prien (1958) oder Das Boot (1981) beschäftigen sich mit der realen Situation in diesen Fahrzeugen in Kriegssituationen. Antikriegsfilmkunst Made in Germany.

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