So will der Bund "dicke Luft" reduzieren

Wie wäre es mit einem kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr in Deutschland? Derzeit erwägt die Politik Schritte wie diesen, denn die Luft ist in vielen Städten immer noch zu „dick“. Neben der ÖPNV-Maßnahme gibt es weitere Ideen, um Schadstoffe zu reduzieren.

Derzeit erwägen der Bund sowie die Länder und Kommunen gemeinsam die Einführung eines kostenlosen öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), wie ein Brief von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD), Verkehrsminister Christian Schmidt (CSU) und Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) an EU-Umweltkommissar Karmenu Vella belegt. Ein für jedermann kostenfrei benutzbarer ÖPNV könnte die Zahl privater Fahrzeuge senken. Möglich wäre, dass der Bund den Ländern und Kommunen finanziell Hilfe leistet, die sich für einen solchen öffentlichen Nahverkehr entscheiden.

Luftwerte in Städten 2017 und Maßnahmen

Nach wie vor liegt die Luftverschmutzung in vielen deutschen Städten über den Grenzwerten. Zwar zeigen die vorläufigen Messdaten der Länder und des Umweltbundesamtes (UBA), dass die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid (NO2) im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr gesunken ist. Außerdem befanden sich insgesamt weniger Städte über den Grenzwerten – ihre Zahl sank von 90 auf 70. Doch immer noch wiesen rund 46 Prozent der verkehrsnahen Messstationen mehr als den Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel auf; an zwei Dritteln dieser Punkte waren es weit über 45 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Dazu kommentiert Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: „Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Wir sind aber noch längst nicht am Ziel. Immer noch liegen viele Städte deutlich über dem seit 2010 einzuhaltenden Grenzwert, viele Einwohner sind also weiter zu viel gesundheitsschädlichem Stickstoffdioxid ausgesetzt. Schuld sind vor allem die Diesel-Autos mit hohen Realemissionen, die oftmals erst in den vergangenen Jahren zugelassen wurden und in den Städten unterwegs sind. Wie vom Umweltbundesamt im Sommer 2017 geschätzt, werden die Maßnahmen des Diesel-Gipfels mit Software-Updates und Umtauschprämien nicht ausreichen, um die Luft in den Städten so zu verbessern, dass die Grenzwerte überall eingehalten werden. Wir brauchen dringend die Hardware-Nachrüstung der Autos und leichten Nutzfahrzeuge. Nur so können wir die Gesundheitsbelastungen durch Stickstoffoxide schnell und vor allem dauerhaft senken.“

Laut UBA zeigt die Verminderung der mittleren Stickstoffdioxidbelastung an verkehrsnahen Messstationen um circa 2 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel 2017, dass die aus der Dieseldebatte gefolgerten Beschlüsse in den Städten zu greifen beginnen. So gelten neuerdings örtlich mehr Tempolimits und manch eine Straßenverengung senkt das Verkehrsaufkommen. Des Weiteren stärken viele Kommunen die öffentlichen Verkehre. Bundesweit ermöglichten Software-Updates, dass Autos mit hohen Realemissionen bezüglich ihrer Stickoxid (NOx) Emission etwas optimiert wurden.

 

Zum Wohl der Umwelt

Noch viele umweltbelastende Zustände gilt es zu anzugehen. In dem erwähnten Brief sprechen die Politiker von weiteren Maßnahmen, etwa dem bereits initiierten Milliardenprogramm für bessere Luft in deutschen Städten. Des Weiteren ist denkbar, dass die Regierung Kommunen bei der Einführung von Verkehrsregeln hilft, die dazu beitragen, Autoabgase einzudämmen. Eine weitere Idee ist, „Niedrigemissionszonen“ für den Schwerlastverkehr einzurichten. Geplant ist, diese Vorhaben zum Wohl der Luft in fünf „Modellstädten“ zu testen: Bonn, Essen, Herrenberg (Baden-Württemberg), Reutlingen und Mannheim.

Nicht zuletzt plädieren CDU und SPD in ihrem Koalitionsvertrag dafür, mit Ländern und Kommunen weitaus mehr für bessere Luft, vor allem in stark belasteten Städten, auszurichten, so z. B. in Fahrzeugfuhrparks zu emissionsarmen Antrieben zu wechseln.

Foto: LanaElcova/Shutterstock.com

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