Deutsche Steuerbelastung vs. -förderung

Unternehmen in Deutschland unterliegen auf vielfältige Weise steuerlichen Belastungen, es gibt aber auch zahlreiche Förderungsmöglichkeiten.

Abhängig von bestimmten Kriterien beschäftigen sich Unternehmen hauptsächlich mit Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer. Weltweit stagnieren diese Steuersätze, allein in Deutschland sind die Anteile in den letzten sechs Jahren leicht gestiegen. Die Studie „Steuerbelastung der Unternehmen in Deutschland“ des Bundesverbands der deutschen Industrie e.V. sowie des Verbands chemischer Industrie e.V. macht die internationalen Ungleichheiten bei der Ertragsteuer besonders deutlich. Demnach zahlt ein global aktives Unternehmen, das knapp 19 Prozent seines Gesamtumsatzes in Deutschland generiert, hierzulande 60 Prozent seiner weltweiten Gewinnsteuern.

Hohe Abgaben in Deutschland

Der durchschnittliche Anteil von Steuern und Sozialabgaben an den Arbeitskosten lag 2017 in den OECD-Staaten bei knapp 36 Prozent. Deutsche Arbeitgeber hingegen zahlten 49,7 Prozent an den Staat. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil gestiegen, während der allgemeine Trend leicht rückläufig ist. International gesehen sind in Deutschland die Einkommen von Geringverdienern und Alleinerziehenden besonders stark belastet, Grund dafür sind die hohen Sozialabgaben.

Zudem unterliegen stets mehr Unternehmen mit Geschäften über die Landesgrenzen hinaus dem Risiko der doppelten Besteuerung. Der Schritt in die Internationalisierung zieht steuerlich komplizierte Verrechnungsmethoden nach sich. Als Ergebnis besteht die Möglichkeit, dass erwirtschaftete Gewinne sowohl in Deutschland als auch im Ausland versteuert werden müssen. Um diese Mehrfachbesteuerung (Base Erosion and Profit Shifting/BEPS) zu vermeiden, ist es nötig, die Gewinnverteilung mehr nach personal- und umsatzbezogenen Kriterien auszurichten, anstelle von Risikotragung oder Zuordnung rechtlichen Eigentums.

Vielfalt der steuerlichen Vorteile

Bei den zahlreichen Besteuerungsmöglichkeiten sind Unternehmer in der Lage, auf vielfältige Weise Vorteile geltend zu machen. Dies funktioniert beispielsweise mit dem Investitionsabzugsbetrag. Dabei können KMUs (kleine und mittlere Unternehmen) geplante Anschaffungskosten der nächsten drei Jahre bereits vorab mit bis zu 40 Prozent geltend machen. Auf diese Weise lässt sich der Gewinn um bis zu 200.000 Euro drücken, allerdings nur, wenn das Eigenkapital die Grenze von 253.000 Euro nicht übersteigt. 

Bei der Inventur sind Bestände, die nicht zum ursprünglich kalkulierten Preis abgesetzt werden können, radikal abzuwerten. Der neue Teilwert errechnet sich aus dem Marktwert, reduziert um die übliche Gewinnspanne. Um die geringe Bewertung vor dem Finanzamt zu rechtfertigen, ist es nötig, rechtzeitig Argumente und Belege zu sammeln. Dies können eigene Preisänderungslisten  oder Prospekte der Konkurrenz sein. Außerdem kann ein Geschäftsreisender, der private Urlaubstage mit seiner Reise verknüpft, einen Großteil der Kosten abschreiben.

Geschenke für Geschäftsfreunde sollten inklusive Umsatzsteuer nicht mehr als 35 Euro kosten. Der Unternehmenschef zahlt eine Pauschalsteuer von 30 Prozent und kann anschließend den vollständigen Geschenkwert sowie die Steuer als Betriebsausgabe absetzen. Insgesamt darf dieser Betrag nun auch 35 Euro übersteigen. Wer sich näher mit dem Thema der steuerlichen Vorteile beschäftigt, kann nicht nur Geld sparen, sondern auch seine Geschäftsbeziehungen verbessern.

Bild von Harry Strauss auf Pixabay

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