Regierung gibt Vollgas auf Hightech-Kurs

Weltweit stehen Arbeit, Wissenschaft und tägliches Leben im Zeichen von Hightech – die Industrie 4.0 erobert die Wirtschaft und die Smartifizierung den Alltag. Jetzt stellt das Kabinett Weichen mit seiner „Hightech-Strategie 2025". Darin finden sich Ziele, Kernpunkte und Meilensteine der Forschungs- und Innovationspolitik für die kommenden sieben Jahre. Noch 2018 will der Bund über 15 Milliarden Euro für den neuen Kurs ausgeben.

Kürzlich hat Berlin seinen Hightech-Fahrplan enthüllt: Für Gesundheit und Pflege, Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Energie, Mobilität, Stadt und Land, Sicherheit sowie Wirtschaft und Arbeit 4.0 bringt das Kabinett zwölf „Missionen" auf den Weg. Darunter sammelt die Regierung ein Konzept für eine „nationale Dekade", um den Krebs zu bekämpfen, digitale Lösungen für eine „präventive und personalisierte Medizin", das deutliche Reduzieren von „Plastikeinträgen in die Umwelt" sowie das Erzielen einer „weitgehenden Treibhausgasneutralität der Industrie". 

Berlin enthüllt seinen Hightech-Fahrplan.

Arbeit im Hightech-Zeitalter

Insbesondere dirigiert die „Technik für den Menschen" den Hightech-Kurs. Denn: „Die Zukunft des Hochtechnologie-Standortes Deutschland hängt entscheidend davon ab, wie gut es gelingen wird, technologische Innovationen für soziale Fortschritte zu nutzen", so das Strategiepapier. In puncto Wirtschaft und Arbeit 4.0 seien Möglichkeiten und Risiken neuer Technologien, z. B. digitaler Assistenzsysteme, Mensch-Roboter-Kollaboration, Exoskelette zur Unterstützung bei körperlicher Arbeit sowie flexiblere Arbeitsabläufe, zu untersuchen und voranzutreiben.

Als beispielhafte „Anpackthemen“ gilt es der Bundesregierung zufolge, Künstliche Intelligenz (KI) verstärkt zu nutzen, die Errungenschaften der Raumfahrt für die Menschen einzusetzen sowie Materialien und Werkstoffe, etwa durch 3D-Druck, intelligent zu gestalten.

Autonomes Fahren und Hightech-Sicherheit

Noch in diesem Jahr gibt Berlin grünes Licht für ein Konzept bezüglich des Hightech-Themas „Autonomes Fahren", das Kernpunkte für Forschungsvorhaben festlegen soll. Demnach sind autonome Systeme in der Industrie und bei der zivilen Sicherheitsforschung bedeutsam. Geht es nach neuen Ideen, könnten künftig Roboter in der Terrorismusprävention Aufgaben übernehmen. Hierzu will die Regierung eines von mehreren Kompetenzzentren und Spitzenforschungsclustern gründen.

Ebenso steht das Megathema „Sicherheit in der digitalen Welt" im Licht der Hightech-Strategie, denn sichere Informationstechnik sei eine „notwendige Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland" auf vielen Gebieten. Dazu gehöre, dass „die personenbezogenen Daten jedes Einzelnen im Internet vor rechtswidrigem Zugriff und Missbrauch geschützt sind". 

Um alle Formen der Digitalisierung, wie Industrie 4.0, Medizintechnik und Mobilität, weitestgehend zu nutzen, fordert das Strategiepapier „neue, ganzheitliche IT-Sicherheitslösungen“, wozu auch Fortschritte in der Quantenkommunikation zählen. Es sei eine Infrastruktur „unter Berücksichtigung öffentlicher und privater Sicherheitsinteressen" zu etablieren. Berlin will die IT-Sicherheitsforschung stark erweitern und „bessere Schutz- und Detektionsmethoden oder neue forensische Methoden" gegen Cybercrime fördern.

Mittelstands-Hightech steuerlich fördern

Unter anderem mit steuerlicher Forschungsförderung, die vor allem KMU (kleine und mittlere Unternehmen) begünstigt, plant die Regierung Forschungstransfer und Unternehmertum anzukurbeln. Zudem seien Open Access, Open Science, Open Data und Open Innovation und deren Potenziale weitaus mehr zu nutzen. Nicht zuletzt verankert Berlin die Aus- und Weiterbildung innerhalb ihres Hightech-Kurses. Dazu Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU): „Der Schlüssel zum Erfolg sind Spitzenfachkräfte und eine aufgeschlossene, innovationsfreudige Gesellschaft. Deshalb brauchen wir digitale Bildung und eine neue Weiterbildungskultur in Deutschland.“

Foto: Pixabay

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