Forschung und Entwicklung: Datenschutz, ja bitte

Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung zu investieren. Deutschland wird schon bald in der Lage sein, diese Vorgabe zu erfüllen. Denn im Vergleich mit anderen EU-Mitgliedsstaaten liegt unser Land bei den Investitionen weit vorn. Unter anderem forscht die US-Softwareschmiede Symantec in Deutschland – es geht um Datenschutz.

Rund zwei Drittel des Kapitalaufwands für Forschung und Entwicklung stammt aus Wirtschaftsunternehmen, darunter vorrangig die namhaften Autobauer, aber auch Bosch, Bayer und SAP. Auf Ebene der Bundesländer stellt Baden-Württemberg die größten Beträge zur Verfügung, darauf folgen Bayern und Nordrhein-Westfalen. Im deutschen Osten beteiligen sich Großunternehmen in geringerem Maße, die Mehrheit der Investitionssumme tragen Hochschulen und staatliche Institutionen.

Solch günstige Voraussetzungen für Forscher locken auch ausländische Unternehmen nach Deutschland. Unlängst gab das US-amerikanische Softwarehaus Symantec, aus der Nähe des Silicon Valleys, die Errichtung eines neuen Forschungszentrums in Saarbrücken bekannt. Dieses Privacy & Data Protection Lab soll den Datenschutz und die persönlichen Rechte der Verbraucher unterschiedlich stärken. Zentral ist dabei die Kontrolle über die eigenen Daten. Auch andere Informationen, die ein Nutzer online offenbart hat, sollen sozusagen in seiner Hand verbleiben. Als einer der führenden Anbieter von Cybersicherheitslösungen will Symantec mit seiner Forschung eine neue Ära der Sicherheit und des Datenschutzes im Internet einläuten.

Innovativer Datenschutz muss her

Schon vor Einführung war das neue Gesetz DSGVO zum Umgang mit Daten umstritten. Dabei sind die Kritikpunkte vielfältig und reichen vom übermäßigen Einfluss der Länder bis zu den geringen Ansprüchen der Betroffenen. Denn Letztere haben gegenüber „allgemein anerkannten Geschäftszwecken“ grundsätzlich das Nachsehen. Eine Lösung des Datenschutz-Problems sieht anders aus, und daher sind neue Instrumente zur Sicherung der persönlichen Rechte dringend erforderlich.

Besonders die Verwaltung der personenbezogenen Kundendaten steht im Fokus von Behörden und Unternehmen. Ein weiteres Anliegen von Symantec ist daher die Entwicklung von Werkzeugen, die den verantwortungsvollen Umgang mit Daten ermöglichen. Bei der Forschung stellt der Softwarehersteller verschiedene Kernthemen des Datenschutzes zentral: das Recht auf Vergessen für Verbraucher, der Schutz von Minderjährigen, die Reputation und Schutz der Identität sowie eine verantwortungsorientierte Anonymität. Allerdings umfassen weitere Forschungsfelder die Schwerpunkte Verhaltensanalysen, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, auch die Bilderkennung soll weiterentwickelt werden.

Helmholtz-Zentrum für Datenschutz

Der neue Standort der Forschungsinitiative ist in guter Gesellschaft. Unweit hat sich bereits das Center for IT-Security, Privacy und Accountability (CISPA) bei der Universität des Saarlandes angesiedelt, auch bekannt als Helmholtz-Zentrum. Dessen Forschung konzentriert sich auf IT-Sicherheit und Datenschutz. Dort entwickelte Andreas Zeller eine Technik zur Automatisierung von Softwaretests und erhielt aktuell als erster deutscher Informatiker den Outstanding Research Award. Weitere Ergebnisse aus dem komplexen Bereich der Forschung werden folgen – es bleibt spannend. Denn für die Zukunft fehlt es noch an Konzepten, welche die Identität des Verbrauchers bewahren, vor Betrügern schützen und eine ganzheitliche Datenkontrolle erlauben.


Bildnachweis: Shutterstock.com

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