Der Muskauer Park

Meisterwerk und Weltkulturerbe

Rund 830 Hektar umfasst das im englischen Stil angelegte Areal. Es besteht aus Parkteilen unterschiedlicher Charaktere, teils deutscher Prägung, teils polnischer. Denn der Park liegt nur zu einem Drittel in der sächsischen Stadt Bad Muskau und zu zwei Dritteln auf der Ostseite der Neiße auf polnischem Gebiet, wo sein Name Park Mużakowskilautet. Ursprünglich legte der Erbauer den Landschaftspark um sein Neues Schloss Muskauherum an. Dabei verfolgte der Fürst bewusst den Stil der englischen Gärten aus dem frühen 19. Jahrhundert.

Besonders gelungen sind ihm die Einbindung des natürlichen Neiße-Flusslaufs und des eigens für den Park angelegten künstlichen Flusslaufs „Hermannsneiße“. Beide gelten heute noch als Meisterstücke der Gartenbaukunst. Weitere Besonderheiten stellen die geschwungenen Wege und die großzügigen, weitreichenden Sichtachsen dar, die den Anschein erwecken, die unterschiedlichen Areale des Gartens seien verbunden. Über weite Flächen werden verschiedene Strukturen so optisch in Einklang gebracht,eine symbolische Darstellung von Versöhnung und Verbundenheit.

Touristenmagnet und Erholungsort

Das Gartenreich des Muskauer Parks beherbergt diverse touristische Anziehungspunkte. Auch Nicht-Gartenliebhaber kommen bei einem Spaziergang auf ihre Kosten. Denn das Alte Schloss, ein Bade- und Bergpark und ein Tropenhaus zählen ebenso zu den Höhepunkten wie die Englische Brücke. Sie wurde mehrfach zerstört und erst im Jahr 2011 nach ursprünglichem Vorbild wiederaufgebaut. Seither führt sie erneut barrierefrei von Deutschland nach Polen. 

Pückler begann im Jahr 1817 mit den Arbeiten am SchlossteichLuciesee, den er nach seiner Frau Lucie Hardenberg benannte. Auch die Hermannsneiße, nach ihm selbst bezeichnet, plante er ab diesem Zeitpunkt. Ab 1819 wurde Karl Friedrich Schinkel, preußischer Baumeister, Architekt, Grafiker, Stadtplaner und entscheidender Mitgestalter des Klassizismus und Historismus in Preußen, mit der Konzeption der Parkarchitekturen beauftragt. Im gleichen Jahr wurden die Hermannsneiße vollendet und der Lucieseegeflutet.

Gründer, Schriftsteller und Landschaftsgärtner 

Der Landschaftsgärtner ersten Ranges Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau wurde im Jahr 1785 auf Schloss Muskau geboren. Als Graf einer Freien Standesherrschaft, Landschaftsarchitekt, Schriftsteller und Reisender genoss er bereits zu Lebzeiten große Bekanntschaft innerhalb der „besseren“ Gesellschaft. Er wurde im Jahr 1822 in den Fürstenstand erhoben. Spuren seiner Weltreisen lassen sich zum Teil noch heute, beispielsweise im Sudan, erkennen, wo er seinen Namen im Mai 1837 in Meroe und in Musawwarat in die Pyramiden gravieren ließ. 

Seine Berufung zum Landschaftsgärtner entdeckte der Schriftsteller auf seiner ersten Reise nach England im Jahr 1812. Sein literarischer Erfolg basierte auf Reiseberichten, die er hauptsächlich in England verfasste, während er nach einer heiratsfähigen reichen Erbin innerhalb des britischen Landadels suchte. Statt mit einer Braut baute er sein Vermögen mit dem Verkauf seiner Literatur auf, zunächst in Deutschland, später auch erfolgreich in den USA und in England. 

Liebe zu Natur und Gartenbau

Mit der Gründung eines ersten Landschaftsparks in Muskau übernahm sich der Fürst finanziell. Er musste die Standesherrschaft Muskau im Jahr 1845 abstoßen und auf sein Erbschloss Branitz in der Nähe von Cottbus ziehen, das er mit dem Erlös aus dem Verkauf der Standesherrschaft umbaute. Den heutigen Fürst-Pückler-Park, einen nach englischem Vorbild gestalteten Landschaftsgarten, legte der Gartenexperte auch mit den Mitteln aus diesem Erlös an. 

Seine Fähigkeiten gelten noch heute als landschaftskünstlerisch genial. Besonders die Weiterentwicklung des englischen Parks in Landschaftsgärten wie dem Muskauer Park loben Kenner. Nicht selten stellt man von Pückler-Muskaus Kunst über die anderer Größen, etwa des preußischen Landschaftsgärtners Lenné. Der Muskauer Park befindet sich als einzige Welterbestätte in Sachsen und als eine von wenigen auf staatenübergreifendem Gebiet.

Bilder: René Egmont Pech 

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