So lebendig ist Moderne Kunst Made in Germany

Der Begriff der Modernen Kunst ist weitumfassend und liegt letztendlich im Auge des Betrachters. Deutschland bereichert eine quirlige kreative Szene, zu bestaunen auf vielen Festivals, und zahlreiche ausländische Künstler verlegen ihren Lebensmittelpunkt hierher.

Hannover: In drei renommierten Kunstmuseen zeigt die Ausstellung „Made in Germany“ alle fünf Jahre Deutschlands junge Kunstszene. Im vergangenen Sommer stand die Veranstaltung im Zeichen der vorherrschenden Produktionsbedingungen für Künstler. Mehr als 64.000 Besucher informierten sich über geografische, politische und institutionelle Strukturen und deren Einfluss auf die kreative Entfaltung. Den letzten Punkt kann Deutschland klar für sich entscheiden: Die Dichte von Kunsthochschulen und Museen ist einmalig und macht den deutschen Produktionsstandort zu einem der weltweit wichtigsten in der Kunstszene. 

Technischer Fortschritt durch Digitalisierung

Ein weiterer Faktor, der die Produktionsweise verändert, ist auch in der Kunstszene der technische Fortschritt durch Digitalisierung. So zeichnen sich neue Trends ab, darunter das Arbeiten im Kollektiv sowie eine prozessorientierte Vorgehensweise. Außerdem werden die Produktionsorte relevanter. Dies zeigte sich auch in Hannover, noch während der Ausstellung schufen einige Künstler neue Werke. Darüber hinaus verändert sich die Herangehensweise bei der Darstellung von Kunst. So gelang dem Künstlerkollektiv "Das Numen" eine raumgreifende Klanginstallation, bei der 20 Wetterstationen den Wind in Töne umwandelten.

Wände zum Leben erwecken

Auf eine andere Art präsentierte das Mural Festival moderne Kunst. Am diesjährigen Pfingstwochenende gestalteten mehr als 50 Künstler verschiedene Berliner Wände. Unter dem Motto „Nackenstarre garantiert“ lud man Interessierte auch hier ein, den künstlerischen Prozess live zu verfolgen. Das bekannteste Wandbild des Festivals ist der Weltbaum von Ben Wagin. Seit 1975 zierte er den S-Bahnhof Tiergarten, bis die 650 Quadratmeter große Fläche hinter einem Neubau verschwand. Anfang Mai 2018 entschloss sich eine Gruppe von jungen Streetart-Künstlern dazu, den Baum auf eine neue Fassade umzupflanzen. Eins zu eins übertrugen Die Dixons, Icke Art, Kera, Kobe Eins, Michael Dyne Mieth, Quintessenz, Ria Wank, Size Two, Tank und Yat das erste Wandbild Berlins in die Lehrter Straße. Mit insgesamt 30 Gemälden entstand im Laufe des Festivals die größte Open-Air-Galerie der Welt. Lokale, nationale sowie internationale kreativ Schaffende verzierten eine Fläche von mehr als 10.000 Quadratmetern.

Wiederentdeckte Kunstform

Die gar nicht so neue Kunstform Muralismus stammt ursprünglich aus Mexiko. In den 1920er Jahren stürzten oppositionelle Gruppen den diktatorisch herrschenden Langzeitpräsidenten. Um der größtenteils analphabetischen Bevölkerung nach der Revolution die Geschichte des Landes näherzubringen, erhielt eine Gruppe von Künstlern den Auftrag, die Historie in Wandbildern zu erzählen. Das Ergebnis waren zum Teil monumentale Gemälde an öffentlichen Gebäuden. Diese Murals sind geprägt von nationalen und historischen, aber auch von sozialkritischen Inhalten. In Deutschland haben sich bereits viele Anhänger gefunden: Vorläufer des Festivals in der Hauptstadt war das Projekt „The Haus“ in Berlin mit mehr als 80.000 Besuchern.



Bildnachweis: Shutterstock: Monkey Business Images; Evgeny Bendin; Pro-Stock-Studio; 

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