Winterreifen: Schnee von gestern?

Schneegestöber? Gibt es auf deutschen Straßen immer seltener. Pflichtbewusste greifen trotzdem zu Wagenheber und Kreuzschlüssel und verpassen der Fuhre irgendwann in der Zeit zwischen Oktober und November einen Satz Winterschlappen. 

Ob nun der große Blizzard droht oder nicht. In Zeiten von mediterranen Wintern und fröhlichen Terrassen-Meetups an Heilig Abend im T-Shirt – nur der Glühwein erinnert daran, dass es zu dieser Zeit früher einmal einen Winter gab – stellt sich eine Frage jedes Jahr aufs Neue: Muss ich mir den Reifenwechsel überhaupt noch antun? Oder komme ich inzwischen nicht auch mit Sommerreifen sicher durch den (kalendarischen) Winter? Und gibt es wirklich noch Qualitätsunterschiede?

R.I.P. Winterreifen?

Entgegen mancher Behauptungen besteht kein gesetzlicher Zwang, etwa von „O bis O“, also von Oktober bis Ostern, Winterreifen am Auto zu haben. Die Straßenverkehrsordnung sieht vor, dass Kraftfahrzeuge nur bei Schnee, Eis, Reif oder Schneematsch mit Winterreifen gefahren werden müssen. Für einspurige Fahrzeuge und Sonderfahrzeuge wie motorisierte Rollstühle gilt das nicht. Doch auch ohne Schnee und Glätte sei der Wechsel sinnvoll, meint Werner Schuwirth, Leiter des Ressorts für Motor, Reise und Sport beim Verbraucherportal Testberichte.de: „Selbst wenn es nicht schneit, sind Winterreifen ihren Verwandten für den Sommer weit überlegen, sobald sich die Temperaturen dem Gefrierpunkt nähern. Die auf Hitzeverträglichkeit ausgelegten Gummimischungen von Sommerreifen werden dann nämlich zu hart und passen sich dem Untergrund nicht mehr gut genug an. Der Reifen verliert Haftung, Bremswege werden unkalkulierbar lang und der Wagen gerät viel schneller ins Schleudern oder Rutschen. Ist das Wetter aber mild, braucht es keine Winterreifen.“

Ganzjahresreifen: Praktisch, aber auch eine sichere Alternative?

„Ganzjahresreifen sind immer eine Kompromisslösung”, mahnt Schuwirth, “weil sie versuchen, die unterschiedlichen Anforderungen an Winter- und Sommerreifen unter einen Hut zu bringen. Die Leistungsfähigkeit der Spezialisten erreichen sie nicht. Da sie die besonderen Zulassungskriterien für Winterreifen erfüllen müssen, schneiden sie bei Tests auf Schnee und Eis meist besser ab als bei den Sommerdisziplinen.”

Autoreifen im Testumfeld: Qualität „made in Germany“ rollt sich an die Spitze

Klopfen Schneeflöckchen und Weißröckchen doch einmal spontan ans Bodenblech und muss dringend ein neues Set her, drängt sich auch schon die nächste Frage auf: Welcher Reifen bringt mich bei winterlichen Straßenverhältnissen sicher ans Ziel? Die Testpresse liefert eine klare Antwort: Ob Grip, Bremswege oder Spritverbrauch, im Notenvergleich fährt der Hannoveraner Reifenhersteller Continental der Konkurrenz davon. Ausgewertet wurden alle von Fachmagazinen durchgeführten Reifentests der letzten drei Jahre, darunter Auto Motor und Sport, AutoBILD und ADAC Motorwelt. Die Kriterienliste der Magazine ist lang: Geprüft werden Nass- bzw. Trockenhaftung, Bremswege, Kurventraktion und Fahrhandling, aber auch das Verhalten unter extremen Bedingungen wie Aquaplaning. Das Siegertreppchen bleibt allerdings nur Testkandidaten vorbehalten, die auch noch leise und leicht rollen. So schonen sie Umwelt und Konto.

Für Eilige: Die wichtigsten Fakten zu Winterreifen

  • Montiert sein müssen Winterreifen in Deutschland nur bei verschneiten oder vereisten Straßen. Ist das nicht der Fall, droht ein Bußgeld von mindestens 60 Euro. Parkende Fahrzeuge sind davon übrigens ausgenommen.
  • Die Winterreifenpflicht gilt für alle Reifen.
  • Alle Winter- und Ganzjahresreifen, die seit dem 01.01.2018 hergestellt werden, müssen das neue Alpin-Symbol tragen: ein Piktogramm aus drei Gebirgsspitzen mit einer Schneeflockedarin. Das ist jetzt international einheitlich als klares Erkennungsmerkmal geregelt. Reifen, die nur mit “M+S” gekennzeichnet sind, dürfen aber noch bis zum 30. September 2024 genutzt werden.
  • Wechseln müssen Sie die Reifen nach der StVZO allerspätestens, wenn das Hauptprofil weniger als 1,6 mm tief ist. Experten und Unfallforscher halten das aber für viel zu wenig. Sie raten bei Winterreifen zu einem Wechsel, wenn die Profiltiefe 4 mm erreicht. Das ist dann etwa die Hälfte gegenüber einem neuen Reifen.
  • Bei milden Temperaturen sind Sie mit Sommerreifen besser unterwegs.

    Bild: Pixabay; Text: Testberichte.de
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