Deutsche Windkraft rauscht durch Energiesektor

Der Begriff der erneuerbaren Energien ist seit Jahren ein häufig genutzter. Besonders im Wahlkampf und in den Prognosen der CEOs großer Unternehmen taucht er gerne auf. Auf dem Weltmarkt für Windkraft liegt Deutschland vorne.

Um zu verstehen, welche Energiequellen unter die regenerative Kategorie fallen, ist es sinnvoll, sie gegen fossile Energien abzugrenzen. Als erneuerbar werden solche Energieträger angesehen, die auch bei jahrhundertelanger Verwendung gleichsam unerschöpflich sind, weil sie sich auf natürliche Art in einem – relativ zu ihrer Nutzung gesehen – kleinen Zeitraum erholen. Dazu zählen zum Beispiel aus Biomasse gewonnene Bioenergie, Wasserkraft, Geothermie (Energiegewinnung aus Erdwärme), Solarenergie und Windkraft.

Die größten Märkte: Windkraft und Sonne

Einer der größten aktuellen Märkte ist der Sektor der Windkraft mit seinen Windparks. Ende 2017 verkaufte die Cuxhavener Gruppe PNE Wind den Offshore-Windpark „Gode Wind II“ für 80 Millionen Euro an den dänischen Finanzinvestor Brancor Capital Partners. Bereits einige Monate zuvor hatte der amerikanische Riese Blackstone mit 1,2 Milliarden Euro in den Park „Meerwind“ vor der Hochseeinsel Helgoland investiert. Der Manager dieses Private-Equity-Unternehmens kündigte zudem weitere Investitionen in Windparks an. Aber auch die Investments in Solar- und Biogasanlagen sind in den letzten Jahren teilweise um mehr als das Doppelte gestiegen, und zwar sowohl bei Gewerbeunternehmen als auch bei Landwirten und Privatpersonen. Letztere sind besonders in Norddeutschland vielfach an Onshore-Windparks, beispielsweise im Dithmarscher Friedrichskoog oder nahe der Einfahrt des Nord-Ostsee-Kanals bei Brunsbüttel, beteiligt.

Aktuelle Zahlen zu erneuerbaren Energien

Laut Bundesumweltamt stiegen die Anteile der regenerativen Energien in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr zwischen 2012 und 2017 in puncto Windkraft und Solarenergie um mehr als 10 Prozent auf 36,2 Prozent. Dahingegen ist die Verwendung von Biomasse als Energielieferant um 0,8 Prozent auf 5,2 Prozent gesunken. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland insgesamt 410 Terawattstunden aus erneuerbaren Energien bereitgestellt. Über die Hälfte davon, rund 53 Prozent, entfielen auf die Stromproduktion, 40 Prozent auf die Wärmeproduktion und nur etwa 7 Prozent auf Kraftstoffe im Verkehrsbereich. Hier herrscht aktuell der größte Nachholbedarf.

Eine Studie der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2014 kam zu dem Schluss, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien, in Kombination mit weiteren Klimaschutzmaßnahmen, das Wirtschaftswachstum deutlich fördert. Für Deutschland belegte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, dass der Ausbau der regenerativen Energien sowohl zu einem kräftigeren Wirtschaftswachstum als auch zu steigendem Konsum führt. Den vorliegenden Zahlen nach würde das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2030 rund 3 Prozent über dem Niveau liegen, das ohne einen Ausbau erneuerbarer Energien erreicht würde. In diesem Szenario läge der private Konsum zu dem Zeitpunkt um 3,5 Prozent höher, private Anlageinvestitionen sogar um 6,7 Prozent.

Allerdings gelten diese Berechnungen nur, wenn es nicht parallel zu massiv erhöhten Energiekosten kommt, die der internationalen Wettbewerbsfähigkeit schaden. In Deutschland steigt allerdings die Nachfrage nach Erneuerbare-Energie-Anlagen aus dem Ausland. Jährlich erzielen Unternehmen rund 10 Milliarden Euro Umsatz allein durch den Export von Anlagen und Anlagenkomponenten im Bereich der regenerativen Energien.

Fördermaßnahmen der Bundesregierung

Die Bundesregierung bietet eine Reihe von Fördermaßnahmen an, um den Wechsel auf erneuerbare Energien wie Windkraft zu vereinfachen. Unterstützt werden dabei je nach Programm sowohl Unternehmen, z. B. aus der florierenden GreenTech-Branche, und Kommunen als auch Privatpersonen. So betreibt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) das sogenannte Marktanreizprogramm (MAP), das den Einbau von Solarthermieanlagen, Biomasseheizungen und Wärmepumpen unterstützt. Die Förderung richtet sich an Privatpersonen, Firmen, Freiberufler und Kommunen. Auch der Neubau größerer Heizwerke fällt darunter, wenn diese regenerative Energien nutzen. Dazu gehören beispielsweise Tiefengeothermieanlagen.

Weltmarkt der Windkraft – Deutschland ist top

Die Spitze der umsatzstärksten Konzerne im Bereich Windkraft ist weltweit hart umkämpft. Immer vorne mit dabei: deutsche Energiegiganten Made in Germany. Auch wenn sich auf den ersten Plätzen in den letzten zwei Jahren einiges bewegt hat, ist grundlegend vieles gleich geblieben. Auf Rang fünf der weltweit größten Unternehmen im Bereich regenerative Energien steht die ostfriesische Firma Enercon, auch wenn sie sich gern kleiner gibt. Sie erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von rund 5 Milliarden Euro. Der deutsche Marktführer ist bekannt für seine getriebelosen Turbinen bei Windkraftanlagen, gut erkennbar an ihrer Eiform. Entwickelt hat sie übrigens der britische Architekt Norman Foster.

Enercon folgt auf der Liste dem weltweit viertgrößten Elektronikunternehmen General Electric, das sein Business für Windkraft weiter ausgebaut hat. Dennoch verlor der amerikanische Konzern auf dem Weltmarkt über 5 Prozent seines Anteils. Auf Platz drei der weltweit führenden Organisationen liegt der chinesische Windkonzern Goldwind, der noch vor zwei Jahren die Liste anführte. Zweitgrößter Windkraftkonzern ist Siemens mit seinem erfolgreichen Offshore-Geschäft. Wenngleich der Konzern mit dem spanischen Windkraftanlagenhersteller Gamesa fusioniert hat, ist Siemens als deutscher Global Player auf dem Vormarsch an die Weltspitze. An dieser steht mit nur 0,1 Prozent Marktanteil Vorsprung der dänische Windenergieriese Vestas. Das Unternehmen machte im vergangenen Jahr beinahe 10 Milliarden Euro Umsatz.

Bei der Solarenergie liegt die Marktführung klar bei den Chinesen. Sie belegen in der Weltbestenliste die ersten drei Plätze. Auf Rang drei liegt das noch recht junge Unternehmen JA Solar mit einer Jahresproduktion von 4.509 Megawatt. Den zweiten Platz nimmt Trina Solar ein mit 5.142 Megawatt Jahresleistung. Die Spitze vertritt als weltweit größter Photovoltaikkonzern die chinesische Firma Jinko Solar mit Sitz in Shanghai. Sie steht seit 2016 auf Platz eins der Weltrangliste und weist dort eine Jahresproduktion von 5.276 Megawatt vor.



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