Deutschland bricht seinen eigenen Rekord bei erneuerbaren Energien

Wenn wir an das Jahr 2020 zurück denken, werden die meisten traurig seufzen: das Corona Jahr, grauenvoll. Aber tatsächlich konnten die bewussten zwölf Monate in Deutschland auch einen positiven Rekord verzeichnen. Das ging allerdings in den Katastrophenmeldungen etwas unter. 

Zeit wenigstens jetzt auf die neue Made in Germany Energiebilanz 2020 zu schauen. Im vergangenen Jahr wurden über 50 Prozent des verbrauchten Stroms in Deutschland mittels erneuerbare Energien produziert. Das verkündeten die Wissenschaftler des Fraunhofer-Institutes für Solare Energiesysteme ISE (https://www.ise.fraunhofer.de/).

So zeigt die Jahresauswertung, dass der Strommix, der aus der Steckdose kommt – beziehungsweise die Nettostromerzeugung (https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2016/01/Meldung/direkt-erklaert.html) – im Vergleich zum Vorjahr seinen Anteil aus erneuerbaren Energien von 46 Prozent auf 50,5 Prozent gesteigert hat. Dabei spielt die Windkraft die größte Rolle. In Deutschland nicht überraschend, denn Wind ist im Gegensatz zur Sonne fast das ganze Jahr über irgendwo vorhanden. In Kombination mit der Sonnenenergie lieferte er satte 183 Terawattstunden. Die fossile Energie steuerte 178 Terawattstunden (https://www.suisse-eole.ch/de/windenergie/faq/mw-kwh-gwh-11/) bei.

Biomasseanalgen im Trend

Die Waage kippt auch sonst zugunsten der erneuerbaren Energien und damit auch zugunsten unseres Klimas. Zusammen genommen verbrauchte Deutschland im Jahr 2020 ganze 488,7 Terawattstunden Strom. Davon produzierten erneuerbare Energien 247,01. Die nicht erneuerbaren mussten noch 241,65 hinzufügen. Während Wind und Sonne den größten Batzen beisteuern, liefern auch Biomasseanlagen einen ordentlich Anteil von 45,46 Kilowattstunden, also 9,3 Prozent des Nettostroms. Auch mittels Wasserkraft konnte viel Energie erzeugt werden, allerdings beläuft sich da der Anteil nur auf 3,7 Prozent.

Wann kommt das Braunkohle Aus?

Wie sieht es auf Seiten der nicht erneuerbaren Energien aus? Die Braunkohle ist dabei der größte Stromproduzent. Noch macht sie 16,8 Prozent des gesamten Nettostroms aus. Aber schon jetzt leistet die Windkraft auf der Ökoseite mit 27 Prozent ein Vielfaches mehr und scheint die zukunftstauglichste Variante für klimafreundliche Energie zu sein. Die Kernenergie liegt in der Kategorie der nicht erneuerbaren Energien mit 12,5 Prozent hinter der Braunkohle, dicht gefolgt vom Gas mit 12 Prozent. Auch die Steinkohle steuert noch 7,3 Prozent des Nettostroms bei, während Öl mit 0,3 Prozent kaum noch eine Rolle spielt.

Das heißt, die erneuerbaren Energien wachsen mit jedem Jahr ein wenig weiter. Das Jahr 2020 bescherte uns allerdings nicht nur das Coronavirus, sondern auch günstige Windbedingungen und viele Sonnenstunden. Den größten Zuwachs in der Stromleistung kann dementsprechend die Sonnenenergie vorweisen. Photovoltaikanlagen speisten 9,3 Prozent mehr Strom in das Netz, als im Jahr zuvor. Auch die Windenergie kann einen Zuwachs verzeichnen von 4,6 Prozent. Allerdings stagnierte damit das Wachstum im Vergleich zu den vorhergehenden Jahren erneut. Die Bereitschaft der Bevölkerung auf Strom durch Windräder umzusteigen ist enorm gesunken, der Neubau wird gebremst. Eine problematische Entwicklung angesichts des Klimawandels und der Tatsache, dass Windenergie in Deutschland schlicht am einfachsten zu produzieren ist unter den erneuerbaren Energien. Am 22.02.2020 um 20:30 Uhr erreichte sie ihren Höhepunkt des Jahres und produzierte zu jenem Zeitpunkt 67,4 Prozent des gesamten Nettostroms Deutschlands. Um die europäischen Klimaziele zu erreichen, ist in der Windenergie laut dem Fraunhofer Institut ein jährlicher Zubau von um die 8 GW onshore (https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/energiewende/onshore-windenergie-614812) notwendig. Und genau da hapert es, weil sich die Bevölkerung durch die Anlagen gestört fühlt. Die Anlagen offshore (https://www.bund.net/energiewende/erneuerbare-energien/windenergie/offshore-windenergie/?wc=22094) müssen im Jahr nur um die 1,6 GW erweitert werden. Photovoltaikanlagen müssen sich jährlich um die 12 bis 13 GW steigern. Hier ist die Bereitschaft entsprechend groß, da sich die Anlagen problemlos in Gebäude einfügen lassen.

Alles auf Photovoltaik stützen?

Leider gibt es nicht aktuell nicht viele Alternativen.(https://www.solaranlage.eu/photovoltaik/einsatzbereiche/freiflaechenanlagen in menschlicher Sichtweite sind allerdings auch wieder nicht gerne gesehen. Es ist wie mit dem Handynetz: Keiner möchte eine Antenne in der Nähe, aber alle möchten ordentlichen Empfang. Sie ist zurück, die berühmte eierlegende Wollmilchsau.

Strom Importe und Exporte

Im Energiehandel steckt in Europa zudem viel Bewegung. Deutschland führte 2020 Strom im Wert von 1,5 Milliarden Euro ein und exportierte gleichzeitig Strom im Wert von 2,5 Milliarden Euro. Wobei der ausgeführte teurer war als der importierte. Im Schnitt überstieg der exportierte Strom aus Deutschland den importierten um 2,4 Euro/MWh. Das heißt außerdem, dass die Bundesrepublik durch die erneuerbaren Energien zeitweise so viel überschüssigen Strom produzieren konnte, um gleich einige Nachbarländer mit zu beliefern. Bessere Zukunftsaussichten für das Klima weltweit.


Bildnachweise: Shutterstock: Studio FI/Panoramablick auf einen Sonnenhof im Morgengrauen; SHDrohenFly/Biogasanlage für Stromerzeugung und Energieerzeugung; Slavun/Sonnenkollektoren auf dem Dach des modernen Hauses. 3D-Rendering.

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