Hält uns die Lebensmittelmittelbranche gesund?

Aktuell beeindrucken die Zahlen der Lebensmittelmittelbranche, sie rangiert als viertgrößte Industrie in Deutschland. Allerdings leidet die Nahrungsmittelproduktion unter zu viel Chemie. Und zu viele Menschen sind vor allem aufgrund von Zuckermengen zu dick, wie Experten aktuell betonen. Dabei ist es möglich, gesund und gleichzeitig lecker zu essen.

Gegenüber 2016 hat die Lebensmittelindustrie im Jahr 2017 ein Rekordergebnis eingefahren. Der Umsatz der Branche ist um 4,8 Prozent auf 179,6 Milliarden Euro geklettert, so die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). Vor allem floriert der Export: Er wuchs um 6,3 Prozent auf 60,1 Milliarden Euro. Etwa ein Drittel aller Umsätze erreichte diese Industrie im Ausland, die Preise stiegen dort 2017 um 3,2 Prozent. Hierzulande wiesen die Firmen insgesamt um 4,1 Prozent höhere Umsätze aus und kamen dabei auf 119,4 Milliarden Euro.

Dem BVE zufolge schufen die Unternehmen 2017 rund 15.000 neue Stellen, sodass rund 596.000 Menschen in der Lebensmittelindustrie beschäftigt waren. Allerdings weht in diesem Wettbewerb ein rauer Wind, und die Ertragslage freut viele Firmen weniger. Nur 18 Prozent von ihnen gehen davon aus, dass sie 2018 bessere Gewinne verzeichnen werden. Die meisten können ihre Kostensteigerungen nicht an den Handel durchreichen.

Strenge Gesetze, dennoch zu viel Chemie

Mit Argusaugen wachen der deutsche Gesetzgeber und die EU über das Herstellen jeder Art von Nahrungsmitteln: Sechs Gesetzeswerke bzw. Verordnungen, die ein Produzent hier zu beachten hat, nennt die IHK München auf ihrer Webseite; hier seien nur das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) und die EU-Verordnung Nr. 178/2002 (EU-Basis-Verordnung) aufgeführt. 

Doch auch das strenge Recht kann offenbar nicht die immens belastende Chemie in der Nahrungsmittelproduktion verhindern. Zu den größten Problemen zählt zu viel Stickstoff in der Massentierhaltung und als Düngemittel. Auf diesem Hintergrund empfiehlt uns die Deutsche Umwelthilfe (DUH), ökologisch-bewusst zu kaufen und essen, insbesondere im Hinblick auf Fleisch- und Milchwaren sowie Eier. Gerade bei der Fleischerzeugung ist es möglich, Stickstoff zu verringern, wie die DUH festgestellt hat.

Allein durch zu hohe Nitratmengen aus der Landwirtschaft weist ein Viertel der Grundwasservorkommen in Deutschland einen schlechten Zustand auf – das Resultat aus Massentierhaltung und angehäufter Gülle auf den Feldern. So kam es bereits zu einer Klage der EU-Kommission gegen Deutschland, da fortlaufend die Nitratrichtlinie missachtet wird. Doch noch immer gelten in der Landwirtschaft zu schwache und zu wenig kontrollierte Regeln für den Einsatz von Gülle und Kunstdünger.

Regionales kaufen

Wie kommt der Mensch ohne chemisch belastete Lebensmittel aus? Immer wieder empfehlen Essensratgeber, Regionales aus Deutschland, am besten saisonal und biologisch erzeugt, zu kaufen. Diese Gründe sprechen für hiesiges Obst und Gemüse, im geringeren Maße auch für andere Produkte, z. B. Getränke und Getreidewaren:

  • Umwelt schonen: Die Transportwege regionaler Lebensmittel sind vergleichsweise kurz. Nahrung, die zu uns „fliegt“, disqualifiziert sich hingegen durch eine schlechte Ökobilanz.
  • Schmeckt gut: Hiesige Pflanzen können ausreifen und werden dann erntefrisch verkauft.
  • Gesund: Reifes Obst und Gemüse aus Deutschland ist vitalstoffreich.
  • Qualität und Kontrolle wird durch den Kontakte zwischen Erzeugern und Verbrauchern gewährleistet.
  • Günstiger Einkauf, oft sogar billiger als Importware.
  • Regionalität steht für Identität: Der Verbraucher isst nicht irgendein Produkt aus irgendeinem fernen Land, sondern z. B. Gemüse vom Feld eines regionalen Bauernhofes.
  • Regionale Wirtschaft beim Einkauf unterstützen, die somit Arbeitsplätze erhält.

Was ist gesund und schmeckt?

Aktuell gehen Experten u. a. gegen zu viel Zucker in der Nahrung an. So setzt sich die Deutsche Diabetes Gesellschaft dafür ein, die Zuckermenge in Softdrinks zu halbieren. Anlass für ihren Vorstoß ist die „Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Dieser Plan reicht der Deutschen Diabetes Gesellschaft nicht. Bezüglich der Auslöser von Übergewicht greife die Strategie dort nicht durch, wo angesichts der vielen Übergewichtigen hierzulande anzusetzen sei. Großbritannien mache es schließlich vor: Die dortigen strikten Bestimmungen belegten, dass es machbar sei, den Zucker in Erfrischungsgetränken relativ zügig zu halbieren.

Kaum oder kein Zucker sowie reduziertes Fett im Essen und dennoch Geschmack? Hier einige innovative, gesundheitsbewusste Nahrungsprodukte Made in Germany, die den Gaumen freuen:

  • Made-with-LUVE-Produkte von Prolupin: alternative Esswaren, z. B. Eis, Frischkäse und Milch, aus Süßlupineneiweiß. Sogar Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeit oder -allergie können sie verzehren.
  • Mozzarella-Wrap fill & eat von Bayernland: glutenfreier und kohlenhydratarmer Snack.
  • Emmentaler von Goldsteig: Der Hersteller verschreibt sich der Nachhaltigkeit, und die ihm zuliefernde Landwirtschaft darf den Unkrautvernichter Glyphosat nicht verwenden. 
  • Gekeimtes Power-Müsli und gekeimtes Hanf-Protein-Müsli von Goodsport: Im gekeimten Zustand enthält Getreide ein Plus an Protein, Vitaminen und Mineralstoffen. In diesen nährstoffreichen, zuckerfreien Müslisorten stecken nur gekeimte Saaten. 
  • Cashew-Power-Shake von Nature Tom: der erst Smoothie auf Nussbasis. Er schmeckt und liefert rasch Energie z. B. nach dem Training. 

Bild von PublicDomainArchive auf Pixabay 

Kommentare

Keine Kommentare vorhanden. Hier können Sie einen neuen Kommentar verfassen.

Sitzung abgelaufen

Ihre Sitzung ist abgelaufen. Möchten Sie fortfahren? Dann aktualisieren Sie bitte Ihren Browser.

Seite aktualisieren

Bestätigen

Klicken Sie auf Bestätigen, um die Aktion durchzuführen.