So gut passen Umwelttechnik und Maschinenbau zusammen

Umwelttechnologie und Maschinenbau

Sie ist en vogue, die Umwelttechnik. Immer mehr Unternehmen aus dem deutschen Maschinenbau widmen sich ihr. Und so steigen auch die Exportchancen für Produkte und Lösungen Made in Germany. Zudem belohnen Preise renommierter Verbände und Institutionen viele Unternehmen, die sich bei Umweltlösungen hervortun.

Anlässlich der Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft IFAT in München im Mai 2018 formulierte Marcus Höfken, u. a. Vorsitzender der VDMA-Fachabteilung Wasser- und Abwassertechnik „Das Interesse und die Erwartungen an Umwelttechnologien nehmen weltweit rasant zu. Denn die Herausforderungen, die durch eine größer werdende Weltbevölkerung, die zunehmende Urbanisierung und Industrialisierung sowie steigende Mobilität entstehen, sind gewaltig.“

Leitmesse der Umwelttechnik beweist Zugkraft

Auf der IFAT veranschaulichten viele Lösungen Höfkens Worte, denn dort zeigten rund 3.300 Aussteller Neuheiten rund um die Umwelttechnik. Darunter auch aktuell „heiße Eisen“, wie die Wiederverwertung von Plastikmüll In diesem Bereich zeigt sich ein Trend, der auf weniger Abfälle dieser Art hoffen lässt: Nur noch 4,5 Prozent der Deutschen kaufen eine Plastiktüte im Geschäft, 80,4 Prozent verwenden eigene Taschen und Ähnliches. 53,8 Prozent der Befragten sind dafür, dass nicht nur Verpackungen aus Kunststoff eingesammelt und recycelt werden, sondern auch andere Plastikerzeugnisse. Dafür wünschen sich 53,2 Prozent mehr Recyclingkapazitäten im Land und sind bereit, den Aufbau mit Fördergeldern zu unterstützen. Zu diesen Resultaten kam eine Befragung von tns-Infratest im Auftrag des Deutschen Verpackungsinstituts (dvi)

Keine Frage, die Umwelttechnik bzw. GreenTech im Maschinenbau floriert: Laut Maschinenbauverband VDMA sehen die Anbieter von Abfall- und Recyclingtechnik angesichts ihrer guten Auftragslage Chancen dafür, nach einem erfolgreichen 2017 auch 2018 wieder ein Umsatzplus von 3 Prozent zu erzielen. Darüber hinaus blickt die Sparte Allgemeine Lufttechnik positiv in die Zukunft. In diesem Jahr gehen die Firmen von 5 Prozent Umsatzplus aus – dieses Ergebnis haben sie auch 2017 erreicht.

Erfolgsstorys der Umwelttechnik

In diesem Rahmen sprechen viele Erfolgsgeschichten der VDMA-Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence für sich. Darunter zwei Mitgliedsfirmen des VDMA, die mit dem Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt (IKU) 2018 prämiert wurden. Diesen vergibt das Bundesumweltministerium (BMUB) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) alle zwei Jahre. Die aktuellen Gewinner sind die Mayer & Cie. GmbH & Co. KG aus Albstadt und die Viessmann Kühlsysteme GmbH aus Hof an der Saale. Im Sinne des Mottos „Vorbilder zum Leuchten bringen“ zeichnet der IKU hervorragende Umwelttechnik-Innovationen deutscher Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus. „Innovationen sind das Fundament für die Industrie von morgen. Nur so werden Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen und wird der Schutz von Umwelt und Klima gelingen“, so der stellvertretende BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch bei der Preisverleihung. „Der Innovationspreis für Klima und Umwelt unterstreicht, dass Umwelt- und Klimaschutz eine innovative Industrie brauchen.“

Wärmepumpe drosselt Stromverbrauch

Viessmann Kühlsysteme freut sich in der Kategorie „Prozessinnovationen für den Klimaschutz“ über den Preis für sein ESyCool-green-System – eine Umwelttechnik-Lösung, die den Lebensmitteleinzelhandel in die Lage versetzt, viel Strom zu sparen. Der Kern dieses Kälte-Wärme-Verbundsystems sind Sole-Wasser-Wärmepumpen, betrieben mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan) in kleinen, hermetisch dichten Kältekreisläufen. Auf diese Weise erreicht man, etwa 95 Prozent Kältemittel weniger zu verbrauchen. Während ein Lebensmittelmarkt bei den bisher genutzten Kälteanlagen je nach Größe etwa 100 Kilogramm Kältemittel veranschlagt, sinkt die Kältemittelmenge bei ESyCool green auf unter 5 Kilogramm eines natürlichen Kältemittels.

Kluge Umwelttechnik dank Maschinenkombi

In der Sparte „Umweltfreundliche Technologien“ heißt der Preisträger Mayer & Cie.. Die Albstädter verdanken den „Award“ ihrer neuen Umwelttechnik-Entwicklung Spinit 3.0 E, die drei herkömmliche Maschinen im Spinn- und Strickprozess der Textilherstellung durch eine einzige ersetzt und auf diese Weise Energie und Rohstoffe einspart.

Die Prozesse Spinnen, Reinigen und Stricken zu kombinieren, verkürzt den Herstellungsprozess von Single-Jersey-Stoff deutlich. So erübrigen sich dank der Spinnstrickmaschine Spinit 3.0 E einige bisher nötige Schritte, beispielsweise das energieaufwendige Ringspinnen. Um dasselbe Resultat wie zuvor zu erzielen, sind nun weniger Maschinen notwendig als im herkömmlichen Herstellungsprozess. Die Textilhersteller müssen weniger investieren und verzeichnen niedrigere Produktionskosten. Auch reduziert sich der Energieaufwand.


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