Nachhaltige Ernährung in Deutschland

Uns selbst und unseren Planeten schützen

Nachhaltig essen: über den Tellerrand auf die Umwelt schauen 

Was wir täglich essen, ist längst nicht immer im Einklang mit Nachhaltigkeit. Doch immer mehr Verbraucher legen Wert darauf, in puncto Ernährung den Umweltschutz, das Tierwohl und soziale Aspekte zu beachten. Ernährungsexperten fordern uns auf, uns im Sinne der „Big Four“ nachhaltig zu ernähren und so den Planeten zu schützen.

In Deutschland und auch in Europa liegt immer mehr Menschen eine nachhaltige Ernährung, sprich ein umwelt- und tierwohlbewusstes Essverhalten, am Herzen. Laut einer aktuellen Studie des Europäischen Verbraucherverbandes (BEUC) möchte jeder zweite Verbraucher wissen, inwieweit Fleischwaren das Tierwohl und den CO2-Fußabdruck berücksichtigen.

Dennoch schlägt sich die Sache mit dem ökologisch besseren Essen in unserer allgemeinen Ernährungsweise noch längst nicht nieder, wie der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) in einem aktuellen Gutachten feststellt. Daher plädieren die Experten für einen Wandel hin zu nachhaltiger Ernährung: „Eine umfassende Transformation des Ernährungssystems ist sinnvoll, sie ist möglich und sie sollte umgehend begonnen werden." https://www.food-service.de/management/news/ausblick-2021-essen-fuer-die-zukunft--so-koennte-es-gelingen-47153

Was wir Tag für Tag verzehren, beeinflusst die Umwelt enorm. Klimawandel und Artensterben sind auch Folgen der industriell betriebenen Landwirtschaft, wie u. a. eine aktuelle Studie des UN-Umweltprogramms und der Denkfabrik Chatham House besagt. Die „fleischlastige“ Landwirtschaft ist im hohen Maße mit für die Naturzerstörung verantwortlich. Insbesondere bezüglich exotischer Nahrungsmittel aus dem Ausland, die nicht fair gehandelt werden, sind auch menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und zu geringe Löhne festzustellen.

Bis zu 30 Prozent weniger klimabezogene Emissionen

Laut des WBAE sollte das zeitgemäße Essverhalten die „Big Four“ der Nachhaltigkeit abdecken, diese sind: Gesundheit, Soziales, Umwelt und Tierwohl. Auf diese vier Säulen setzen auch die neuen Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE); sie geben vor, was bevorzugt auf deutschen Tellern landen sollte. Bei diesem Ernährungskompass beherzigt das DGE die Erkenntnisse des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, dessen Aussage zufolge das umwelt- und tierwohlbewusstere Essen bis zu 30 Prozent der klimabezogenen Emissionen einsparen könnte.

Hierzulande wurden schon über 1.745 Einrichtungen der Gemeinschaftsgastronomie gemäß der neuen DGE-Qualitätsstandards zertifiziert. Im Einklang mit Bundesernährungsministerin Julia Klöckner fordert das WBAE, für alle Betriebe der Gemeinschaftsverpflegung – wie Kitas, Kantinen und Seniorenheime – die DGE-Qualitätsstandards als Vorgaben zu verankern.

Was können wir als Konsumenten tun?

Jeder Verbraucher kann für sich ermöglichen, nachhaltiger zu essen, und dadurch eine gerechtere und ökologische Landwirtschaft fördern. Beispielsweise kann man beim Einkauf auf Fairtrade- und Biosiegel achten. Ferner empfiehlt es sich, in Bioläden einzukaufen. Diese Geschäfte arbeiten in vielen Fällen direkt mit den Agrarbetrieben zusammen, sodass sie über Anbau und Herkunft der Waren informieren können. Anzumerken ist, dass eine Biozertifizierung einigen bürokratischen

Aufwand mit sich bringt und Kosten verursacht. Daher rentiert es sich für kleine Bauernhöfe nicht, sich das Biosiegel zu holen. „Wenn Interessierte daher direkt bei einem Erzeuger einkaufen und sich vor Ort nach den Produktionsbedingungen erkundigen wollen, muss nicht ausschließlich auf ein Siegel geachtet werden.“ https://www.heise.de/tp/features/Nachhaltige-Ernaehrung-ist-moeglich-5072584.html Ein weiterer Tipp ist, Obst und Gemüse unverpackt zu erwerben, um Plastikabfälle zu reduzieren.

Viele Nahrungsmittel kommen auf langen Transportstrecken zu uns oder wachsen mit hohem Energie- und Emissionsaufwand in Gewächshäusern. Wer beim Einkaufen auf regionale und saisonale Produkte achtet, schützt das Klima und erhält bessere Informationen über die Produktionsbedingungen.

Noch mehr im „grünen“ Bereich ist, wer auf die Solidarische Landwirtschaft hierzulande setzt. Die Agrarbetriebe mit dieser Ausrichtung bieten Konsumenten an, sich mit ihnen zusammenzuschließen. Dadurch können die Landwirte Ökolandbau betreiben, ohne von Marktschwankungen abhängig zu sein. Die Verbraucher profitieren von der Solidarischen Landwirtschaft, indem sie die Ernteerzeugnisse direkt vom Hof beziehen und außerdem Klarheit über die Herkunft von Obst und Gemüse haben.

Die „wahren Preise“ der Lebensmittel

Anhand von Lebensmitteln, die mit „wahren Preisen“ ausgezeichnet werden, können Verbraucher beim Einkauf die tatsächlichen Kosten der Ware erkennen. „Wahre Preise“ kalkulieren die in den „[…] Lieferketten anfallenden Auswirkungen von Stickstoff, Klimagasen, Energie und Landnutzungsänderungen auf den Verkaufspreis […]“ mit ein. https://www.penny.de/presse/wahre-verkaufspreise

Damit Geschäfte und Supermärkte die „wahren Preise“ von Lebensmitteln aufstellen können, muss die Regierung entsprechende Bestimmungen erlassen. Eine nachhaltige Ernährungspolitik ist notwendig. Bioprodukte sollten weitaus stärker gefördert werden, und die Fleischproduktion sollte mit Blick auf das Tierwohl erfolgen. „Das Ergebnis wären dann eine (leicht) geringere Produktion, gesündere Lebensstile und eine erhöhte Lebenserwartung.“ https://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/expertenrat/wenzel/expertenrat-eike-wenzel-wertschoepfung-und-wertschaetzung-fuenf-ideen-fuer-die-ernaehrung-der-zukunft/26996104.html?ticket=ST-4817955-5seLNLe5mWJcVcvGJu4D-ap6



Quellen:

https://www.food-service.de/management/news/deutsche-gesellschaft-fuer-ernaehrung-dge-neue-dge-qualitaetsstandards-46867

https://www.food-service.de/management/news/ausblick-2021-essen-fuer-die-zukunft--so-koennte-es-gelingen-47153

https://www.heise.de/tp/features/Nachhaltige-Ernaehrung-ist-moeglich-5072584.html

https://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/expertenrat/wenzel/expertenrat-eike-wenzel-wertschoepfung-und-wertschaetzung-fuenf-ideen-fuer-die-ernaehrung-der-zukunft/26996104.html?ticket=ST-4817955-5seLNLe5mWJcVcvGJu4D-ap6

https://www.penny.de/presse/wahre-verkaufspreise

Bildnachweise: 

Shutterstock/Iigisheva Maria/Wiederverwendbare Ökotasche zum Einkaufen.Konzept der Abfallvermeidung

Shutterstock/Halfpoint/Rückblick auf Menschen mit Plakaten und Plakaten im globalen Streik für den Klimawandel.

Shutterstock/Holly Harry/Nachhaltige Kreislaufwirtschaft,

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