Nachhaltigkeit - Bestnoten für Deutschland

Eine Studie der Carbon Disclosure Project

Während 2020 in vielerlei Hinsicht ein trauriges Jahr war, kann zumindest der Umweltschutz Made in Germany einen Erfolg verzeichnen. Das Carbon Disclosure Project (CDP) (https://www.cdp.net/en) ist eine non-profit Organisation in London, die alle zwölf Monate die sogenannte A-Liste heraus gibt: Mit Firmen, die in Sachen Umweltschutz besondere Anstrengungen unternehmen, um bestimmte Ziele zu erreichen. In diesem Ranking finden sich dieses Mal mehr deutsche Unternehmen, als je zuvor. Und zwar 19 von 316. Das sind auch mehr als jedes andere europäische Land in diesem Jahr vorweisen kann. Und macht eine Steigerung von 90 Prozent aus. Was wiederum bedeutet, dass Deutschland 2019 noch ziemlich geschludert hat und diesen Umstand offenbar und hoffentlich grade ändert.

Das ist auch besonders begrüßenswert, weil das Coronavirus die Umweltprobleme der Welt etwas aus unserem Bewusstsein verdrängt hat. Lockdowns haben der Umwelt zwar eine winzige Pause verschafft. Doch der Klimawandel schreitet nichtsdestotrotz jeden Tag voran, Wälder vertrocknen oder werden nieder gebrannt und die Situation verschärft sich in rasantem Tempo. Weshalb die  Liste des CDP weltweit Beachtung findet – unter anderem. Ein weiterer Anreiz sind außerdem Investoren, die anhand der Liste Chancen und Risiken ihrer Portfoliounternehmen bewerten, beziehungsweise ihre Investmentstrategie fest legen. Zur A-Liste zu gehören, bedeutet also für viele Firmen bares Geld. Über 500 Investoren mit einem zu verwaltenden Vermögen von 106 Billionen US-Dollar - damit gehören sie zum Teil zu den umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen der Welt - beziehen ihre Informationen zum Klimawandel, zu Wäldern und zum Wasserschutz über die Organisation und unterstützen somit das Projekt. 

Seit 20 Jahren animiert CDP Unternehmen, Staaten und Kommunen ihre Umweltdaten zu veröffentlichen, außerdem ihre klimaschädlichen Treibhausgasemissionen und ihren Wasserverbrauch. Dazu stellt sie einen Fragebogen zur Verfügung und bewertet einmal jährlich den Stand jeder einzelnen Firma. Die Teilnahme an der Umfrage erfolgt zwar freiwillig, trotzdem finden sich mehr und mehr, die bereitwillig ihre Daten zur Verfügung stellen. Inzwischen ist die Zahl der teilnehmenden Konzerne auf über 9600 gewachsen, die 50 Prozent des globalen Marktwertes ausmachen - darunter ein Großteil der Dax-Konzerne - die der Kommunen, Städte und Regionen auf  über 920, womit das CDP im Besitz der weltgrößten Datenbank mit umwelttechnischen Informationen ist. Um jedoch als unabhängige Organisation existieren zu können, finanziert sich das Projekt außerdem durch ein weitverzweigtes Netz an Sponsoren, Mitgliedsbeiträge und durch weitere Projekte und Partnerschaften. Dafür sind die  Daten (Data - CDP ) der A-Liste auf der Website des Projektes für jeden abrufbar.

Deutsche Bahn

Zu den deutschen Firmen mit Note A gehören zurzeit die Deutsche Bahn (https://www.deutschebahn.com/de), Beiersdorf, die Deutsche Telekom, SAP, die Metro AG, Lanxess, EnBW, BMW, BASF, E.ON, HeidelbergCement, Robert Bosch, Symrise, Thyssenkrupp, ThyssenKrupp Elevator, Zalando und Bayer. Zum Beispiel investiert HeidelbergCement (https://www.heidelbergcement.de/de) 150 Millionen Euro in Projekte zur Speicherung von Kohlenstoff und seiner Abscheidung (CCS) in Kanada, Osteuropa und Norwegen und setzt 80 Prozent seiner F&E-Ausgaben für nachhaltigere Produkte ein.

Symrise

Die Metro AG wiederum fordert eine Offenlegung seiner 50.000 Lieferanten durch das CDP und strebt bis 2030 eine 15-prozentige Reduzierung der Scope-3-Emissionen an.Unter den Triple-A-Firmen befindet sich allerdings bisher nur ein deutsches Unternehmen. Symrise (https://www.symrise.com/de/) bekam die Bestnote in allen drei Kategorien Gewässer-, Wälder- und Klimaschutz. Der Hersteller von Aromen und Duftstoffen bezieht ausschließlich RSPO-zertifiziertes Palmöl und bietet seinen Lieferanten Schulungen und finanzielle Anreize für den Umweltschutz. Auf der A-Liste der Städte findet sich unter den 88 auch Berlin.

Die A-Liste wächst damit kontinuierlich, nicht nur mit deutschen Firmen. Und bisher alle, die es in das Ranking geschafft haben, können ihre Note halten. Europa allgemein steht dabei besser da, als andere Kontinente und etliche Firmen fordern Brüssel (https://www.europarl.europa.eu/portal/de) auf, die Emissionen innerhalb der nächsten neun Jahre um mindestens 55 Prozent zu senken. Auch die Zahl der Unternehmen und Kommunen weltweit, die sich an der Datensammlung beteiligen, steigt unaufhaltsam. Doch es gibt noch viel zu tun. Grade 316 Firmen mit einer A-Note sind kein umwerfendes Ergebnis. Obwohl sie zusammen genommen laut GDP auf einen Wert von 15 Billionen US-Dollar geschätzt werden. Ein Großteil der bewerteten Unternehmen, und zwar 74 Prozent, bekamen die Note D oder C. Doch zumindest sind sie sich ihrer Verantwortung bewusst und sorgen für Transparenz. Im Gegensatz zu  den vielen Firmen, die in das F-Ranking fallen, weil sie sich weigerten, ihre Daten überhaupt anzugeben. Aufrufe von Kunden und Investoren wurden ignoriert. Zu diesen Unternehmen gehören Exxon Mobil, BP, Chevron, Amazon, Volvo, Alibaba, Qantas Airways und das Palmölunternehmen Gent Plantations Bhd.  Auch in Deutschland ist mit grade 19 A-Liste-Firmen viel Platz nach oben für mehr Umweltschutz und -bewusstsein Made in Germany.

Bildnachweise: 

Shutterstock.com/ Markus Mainka/Berlin, Germany - August 20, 2020: ICE 4 high-speed train at Berlin main railway station Hauptbahnhof Hbf in Germany.

Shutterstock.com/ Danila Shtantsov /Grüne Stadt der Zukunft. Stadt der Zukunft. Harmonie von Stadt und Natur. Sonniger Tag in der Großstadt.

Symrise.com

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