So grün agiert die Wirtschaft – GreenTech boomt

Weltweit zieht die GreenTech-Branche mächtig an – längst ist sie ein Milliardengeschäft. Vor allem der Bereich Photovoltaik steht buchstäblich auf der Sonnenseite, u. a. mischen hier die Firma Sonnen aus dem Allgäu und andere deutsche Anbieter kräftig mit. Auch weitere grüne Industriesparten erfreuen sich guter Geschäfte.

Im Jahr 2016 betrug das globale Marktvolumen von GreenTech bereits 3.200 Milliarden Euro, bis 2025 soll es den Prognosen zufolge jährlich um 6,9 Prozent auf 5.900 Milliarden Euro anwachsen. Geht es um grüne Lösungen, erregen besonders Produkte und Systeme Made in Germany weitreichendes Aufsehen, denn sie bilden einen Anteil von 14 Prozent am Weltmarkt für Umwelttechnik und Ressourceneffizienz. Vor allem hierzulande sind es die sogenannten Hidden Champions – die „verborgenen“ mittelständischen Marktführer ihrer jeweiligen Branche –, welche die grüne Wirtschaft vorantreiben, darunter diese Firmen:

Thermondo

Das Start-up aus Berlin heizt Verbrauchern mittlerweile als Deutschlands größter Heizungsinstallateur ein. Vor allem saniert es diese Anlagen. Im Jahr 2016 fuhr die Firma einen Umsatz von 20 Millionen Euro ein. 

Lichtblick

Zum größten Versorger mit Ökostrom in Deutschland ist das Hamburger Unternehmen Lichtblick avanciert. Im Jahr 2016 verbuchte es einen Umsatz von 670 Millionen Euro. Der Anbieter bewertet die Versorgung mit sogenanntem Schwarmstrom als zukunftsweisend. Diese Form der Energie erbringen Erzeugungsanlagen und Speicher, etwa Blockheizkraftwerke, Photovoltaikanlagen oder Batterien. Insgesamt ergibt sich somit ein virtuelles Kraftwerk.

Enercon

Aktuell auf dem ersten Platz der deutschen Produzenten von Windenergieanlagen steht dieser Konzern. Enercon sitzt im ostfriesischen Aurich und hat derzeit weit mehr als 10.000 Mitarbeiter. In aller Welt unterhält der große GreenTech-Player Produktionsstätten, darunter in Brasilien, Argentinien und in der Türkei. 

Ubitricity

Schaltbare Steckdosen sind das Metier dieses Berliner Start-ups – mit diesen kann der Verbraucher sogar sein E-Auto an Straßenlaternen „auftanken“. Solche Lösungen benötigt Deutschland, um die Zahl der Ladestationen so zu steigern, wie Verbraucher es in Zukunft brauchen werden. Mit einem intelligenten Ladekabel will die Firma zudem die Kostenabrechnung simpler gestalten.

Sonnenklarer Erfolg

Vor allem die GreenTech-Sparte Photovoltaik boomt. Bekanntlich sorgte die deutsche Solarbranche lange Zeit eher für Negativschlagzeilen, es gab mehrere Insolvenzen. Doch inzwischen hat der europäische Markt für Photovoltaikheimspeicher im Jahr 2017 kräftig zugelegt. So haben die Marktforscher von EuPD Research ermittelt, dass in diesem Zeitraum 50.000 Systeme neu implementiert wurden. Um zu seinen Resultaten zu kommen, hat EuPD Research die Verkaufszahlen der Unternehmen ausgewertet und geschätzt und außerdem Installateure und Verbraucher befragt. 

Dieser Aufwärtstrend hängt damit zusammen, dass der europäische Photovoltaikmarkt 2017 von 7,0, auf 8,5 Gigawatt gestiegen ist. Im Jahr 2018 soll ein weiteres Plus von über 10 Gigawatt neu hinzugekommener Photovoltaikleistung zu verzeichnen sein. In Europa steht der BatteriespeicherherstellerSonnen aus dem Allgäu an der Spitze des Photovoltaikheimspeichermarktes. Im Jahr 2017 pendelte sich der Anteil dieses Unternehmens EuPD Research zufolge bei etwa 21 Prozent ein. Gleich dahinter folgt mit 20 Prozent der ursprünglich aus Korea stammende Anbieter LG Chem, der 2017 seinen Marktanteil in Europa ebenfalls deutlich erhöhen konnte. Mit 10 Prozent schließt sich Varta aus Ellwangen/Baden-Württemberg auf Rang drei an. Dicht dahinter bestreiten weitere deutsche Firmen das Ranking: E3/DC aus Osnabrück und Senec aus Leipzig mit jeweils 9 Prozent sowie Solarwatt aus Dresden mit 7 Prozent Marktanteil. Damit ist es den drei größten Anbietern gelungen, gut die Hälfte der neu eingebauten Heimspeicher europaweit abzudecken; die ersten sechs Anbieter in diesem Bereich haben sich einen Anteil von mehr als 75 Prozent gesichert.

Die führenden Positionen deutscher Photovoltaikanbieter in Europa erklären sich schnell angesichts dessen, dass 2017 in Deutschland rund 37.000 der 50.000 Photovoltaikheimspeicher neu eingebaut wurden. Weit dahinter folgen Italien und Großbritannien, auf die 10 bzw. 6 Prozent der neu installierten Speichersysteme entfallen.

Sonnen

In der Photovoltaikbranche macht die Firma mit dem stimmigen Namen Sonnen Furore. Dieser Batteriespeicherhersteller verzeichnete 2017 mit 450 Mitarbeitern einen Umsatz von 65 Millionen Euro. Ein besonderer Clou des Unternehmens ist, seinen Kunden zu ermöglichen, sich in einer Community von Privathaushalten zu vernetzen. Mittels digitaler Stromzähler, Softwareplattform und per Smartphone-App sind die Privatbetreiber von Solaranlagen mit Batterie in der Lage, als Energiehändler zu agieren, die ihren produzierten Ökostrom virtuell austauschen.

Solarwatt

Mit dieser Firma behauptet sich ein deutsches Expertenteam im Markt der Photovoltaikanlagen für Wohnanlagen und kleinere Gewerbe. Das Unternehmen führt im Bereich der sogenannten Glas-Glas-Technologie und kann auf den German Innovation Award 2018 verweisen.

Bild von fxxu auf Pixabay

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