Start-ups machen Anwender zu Softwareentwicklern

So machen deutsche Start-ups die Anwender zu Softwareentwicklern

Dank neuer IT-Lösungen von deutschen Start-ups erübrigen sich Programmierkenntnisse. Sei es im Bereich Tabellenkalkulation, bei der Bearbeitung komplexer Sachverhalte oder bei der Workflow-Automatisierung: Findige Jungfirmen stellen Software bereit, die auch namhafte Investoren überzeugt.

Rows

Mit dem Ziel, Excel Konkurrenz zu machen, hat das Berliner Start-up Rows sein gleichnamiges Tabellenkalkulationsprogramm (Spreadsheets) auf den Markt gebracht. „Wir haben ein modernes Spreadsheet entwickelt, das jeden Nutzer in seinen eigenen Softwareentwickler verwandelt, ohne die Zeit aufbringen zu müssen, um neue Programme oder Programmieren zu lernen“, erläutert CEO und Mitgründer von Rows, Humberto Ayres Pereira. https://t3n.de/news/rows-excel-tabellenkalkulation-startup-berlin-millionen-1358160/

Zunächst scheint sich Rows eher geringfügig von anderen Tabellenkalkulationssystemen wie Excel, Calc oder Numbers abzugrenzen. Doch es bietet weitaus modernere Funktionen: Zu seinen Extras gehört, dass sich Tabellenkalkulationen einfach in Web-Apps umwandeln lassen. Der Rows-Anwender baut Daten aus vielerlei Quellen einfach in eine Tabelle ein und verarbeitet sie weiter. Darüber hinaus kann er Daten über eine Rest-API* importieren oder exportieren.

Mehrere Finanzierungsrunden gestemmt

Des Weiteren bedient sich Rows eines Baukastenprinzips, das auch als No-Code-Prinzip gilt. Stephen Nundy, Partner bei Lakestar, ein Investor von Rows, lobt die Vorzüge der Lösung: „Die Möglichkeiten, die Spreadsheets zu teilen oder als Web App zu veröffentlichen, ist einzigartig und wird zu mehr sogenannten Citizen Developers, das heißt Softwareentwicklern außerhalb der IT, führen.“ https://www.businessinsider.de/gruenderszene/rows-excel-konkurrent-finanzierung-a/

Bereits 2018 gelang es den Gründern dieser Berlinger Jungfirma, Accel Partners und den Zalando-Mitgründer David Schneider finanziell für sich zu erwärmen, sodass die Finanziers 8 Millionen US-Dollar Kapital in ihre Kasse spülten. Mittlerweile hat Rows durch eine Series-B-Finanzierungsrunde zusätzlich 16 Millionen Dollar eingefahren. Für diese stattliche Summe gab u. a. der Berliner Risikokapitalgeber Lakestar grünes Licht. Darüber hinaus polstert Cherry Ventures die Kapitaldecke der Jungunternehmer, ebenso wie der Wunderlist- und Pitch-Gründer Christian Reber, er mischt künftig auch im Beirat mit. Seit Februar 2021 befindet sich Rows in der offenen Beta-Phase.

* Rest-API bedeutet „Representational State Transfer – Application Programming Interface“: Der Austausch von Informationen, die auf unterschiedlichen Systemen gespeichert sind, wird ermöglicht.

Bryter - Einfach genial

Auch die Lösung des Start-ups Bryter hilft Anwendern ohne Programmierkenntnisse entscheidend weiter, denn sie können damit Applikationen und Bots betreiben. Die mittlerweile 80 Mitarbeiter starke Jungfirma stattet Business-User mit einem Toolset aus, um ihr Wissen zu digitalisieren und zu verteilen. So bringt Mitgründer Michael Grupp den Nutzen des Systems auf den Punkt: „Bryter ist ein digitaler Werkzeugkasten, mit dem Fachleute in Unternehmen für viele Prüfungen alleine, schneller und günstiger Software entwickeln können – ganz ohne Programmierkenntnisse.“ https://www.deutsche-startups.de/2020/07/27/bryter-interview/

In den Abteilungen Recht, HR, Einkauf, Finanzen, Steuern und Compliance erlaubt Bryter den Mitarbeitern, die bisher mit hohem Aufwand Anfragen beantworten, mittels Miniprogrammen deutlich einfacher zu arbeiten. Das System befähigt die Nutzer, die Anwendungen sozusagen zusammen zu klicken. Bereits rund 60 Kunden verzeichnet das Berliner Start-up, darunter Konzernabteilungen, Wirtschaftskanzleien, Prüfgesellschaften und Beratungen. Namen wie McDonald’s, die Großbank ING, Telekommunikationsgigant Telefonica und das Beratungshaus PwC schmücken u. a. die Kundenliste der Jungfirma. Bryter berechnet seinen Kunden für die Anwendung seiner Software flexible Jahresgebühren, je nach Lizenzen und Nutzungsumfang.

Frisches Kapital bringt weiter

In puncto Finanzen sicherte Bryter sich den Zuschlag von Dawn Capital und Accel, und damit 16 Millionen US-Dollar. Als weitere Geldgeber setzen Notion Capital, Cavalry Ventures und die SaaS-Investoren Mike Chalfen und Charles Songhurst auf das Software-Start-up, das dank der Finanzspritzen expandieren kann.

n8n

Als vielversprechendes Start-up im Bereich Software/Automatisierung hat sich auch n8n erwiesen. Gründer Jan Oberhauser und sein Team bieten ein kostenloses und offenes Workflow-Automatisierungstool, von dem insbesondere Anwender profitieren, die SaaS (SaaS: Software as a Service) nicht nutzen möchten. Auch ohne Programmierkenntnisse sind die Nutzer dieser Lösung in der Lage, Webanwendungen zu verknüpfen und zu synchronisieren. Dieses IT-Produkt ist leicht zu erweitern und mit Web-Apps von Drittanbietern oder intern definierten Tools nutzbar. Sich wiederholende Aufgaben können damit automatisiert werden. Außerdem kann der Anwender die n8n-Lösung selbst hosten, doch auch eine gehostete Version ist in Planung. In puncto Finanzierung hat die Berliner Jungfirma bisher das Engagement von Sequoia Capital, Runa Capital, firstminute, Philipp Moehring und System.One, also Maximilian Claussen, unter Dach und Fach gebracht. In der Seedrunde (Frühfinanzierung) gewährten diese Geldgeber dem Start-up 1,5 Millionen US-Dollar.

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