Deutsche Handelspartner

in Zahlen und Fakten

Über den Außenhandel, besonders mit den USA, wird seit einiger Zeit häufig in einem scharfen oder besorgten Ton gesprochen, sei es in der Politik oder in der Presse. Denn auch, wenn sogenannte Strafzölle der USA auf Jeans oder Motorräder kaum einen Endkonsumenten treffen, muss das in Zukunft nicht so bleiben.

Es lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Exportzahlen: Mit wem handelt Deutschland vorrangig, und wie schlägt sich das in Euro nieder? Seit dem Beginn des Handelskonfliktes zwischen den USA und China sind die deutschen Exporte zurückgegangen. Wie das Jahr 2018 am Ende dastehen wird, wird sich zeigen. Die Prognosen waren zuletzt nicht besonders gut; dem wirtschaftlichen Aufschwung drohe die Bremse, so hieß es vielerorts. Ifo-Chef Clemens Fuest bezeichnete die Entwicklungen im Sommer 2018 als eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik

Politik und Wirtschaft gehören zusammen

Die deutsche Wirtschaft hängt im hohen Maß von ihren Exporten ab. Einbrüche im Außenhandel wirken sich direkt auf die wirtschaftliche Gesamtlage des Landes aus. Wirtschaftlicher Aufschwung ist in Zeiten der Globalisierung zunehmend mit der politischen Weltlage verbunden, wird aber auch von einzelnen Konflikten zweier oder mehrerer Parteien beeinflusst. Selbst, wenn der eigene Staat nicht direkt politisch und wirtschaftlich involviert ist, beeinträchtigt eine Schieflage in der Weltpolitik immer auch die eigene Ökonomie. Bei der Auswahl der ausländischen Handelskooperationen sollte der Blick daher vorausschauend sein und sich auf moralisch, politisch und interkulturell stabile und vertretbare Geschäftspartner konzentrieren.

USA ist wichtigster Handelspartner in Folge

Bereits im Jahr 2015 wurden über zwei Drittel des deutschen Außenhandels (Importe und Exporte) innerhalb Europas abgewickelt. Davon betrug der Außenhandelsumsatz von Deutschland in den EU-Staaten 57,7 Prozent. Auf Asien entfielen 18,0 Prozent, und dieser Kontinent stieg seither in seiner Bedeutung. Nordamerika lag bei lediglich 8,8 Prozent. Doch betrachtet man die einzelnen Staaten, waren die USA schon im Jahr 2015 der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Damals rechnete allerdings noch niemand mit dem Ergebnis der Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten und mit seinen gravierenden globalen Folgen. 

An der Bedeutung der USA für den deutschen Ex- und Import hat sich bisher nicht viel geändert. Die Vereinigten Staaten nehmen Platz eins der Liste der weltweiten deutschen Handelspartner ein, mit 111.805.190 Euro allein bei Exporten. Auch im Außenhandelssaldo (Exporte abzüglich Importe) lagen damals die USA als Handelspartner mit 49.903.020 Euro ganz vorn – so wird es laut neuesten Berechnungen auch bleiben. Ifo-Experte Christian Grimme gab zuletzt im August 2018 an, dass die USA wahrscheinlich mit 450 Milliarden Dollar weiterhin das Land mit dem größten Leistungsdefizit bleiben werden. Dem transatlantischen Verhältnis dürfte das Öl ins Feuer gießen. 

Auf die USA folgten in der Exportliste Deutschlands zuletzt Frankreich, China und das Vereinigte Königreich – 2015 waren es statt diesem noch die Niederlande.

Chinas Wirtschaftskraft und Einfluss wachsen 

Asien wird als deutscher Handelspartner immer wichtiger, zeigt der Anstieg des Außenhandelsumsatzes der letzten Jahre. Auch wenn Deutschland bereits im Jahr 2015 einen Handelsbilanzüberschuss von 53,5 Mrd. Euro gegenüber den USA verzeichnete, ist China in den Jahren 2016 und 2017 der insgesamt größte Handelspartner Deutschlands geblieben, betrachtet man Im- und Exportzahlen insgesamt. Laut statistischem Bundesamt importierte unser Land demnach chinesische Waren für 100,5 Milliarden Euro und exportierte im Wert von 86,2 Milliarden Euro in die asiatische Volksrepublik. 

Schon 2015 war China Deutschlands fünftwichtigster Absatzmarkt. Zum Vergleich: Im Jahr 1990 befand sich das Land auf dem 27. Platz. Inzwischen ist China als der Staat, aus dem die Deutschen die meisten Waren importieren, auf den ersten Platz gestiegen. Kaum der Rede wert hingegen bleiben Südamerika, Mittelamerika und die Karibik mit einem gemeinsamen Anteil von 2,6 Prozent des Gesamthandelanteils, Afrika mit 2,0 Prozent sowie Australien und Ozeanien mit weniger als 1 Prozent.

Der Welthandel wandelt sich, wenn auch langsam

Grundsätzlich ändern sich die meisten Außenhandelsbeziehungen eher langfristig als kurzfristig. Auffallend war daher im Jahr 2017, dass Frankreich als Handelspartner nach über 40 Jahren auf Platz vier zurückfiel. Bis dahin und seit 1975 war unser Nachbar durchgehend bedeutendster „Handelsgenosse“ für Deutschland. Auch eine Betrachtung älterer Handelspartner Deutschlands aus der EU mit eher neuen Kooperationen liefert interessante Erkenntnisse: Während die älteren Partnerländer eine immer geringere Rolle im Außenhandelsumsatz spielen, steigt der Einfluss und Umsatz der neueren, darunter Polen, Estland und die Slowakei oder Litauen. 

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