Deutschland – Land der Ideen

Berlin knausert nicht mit Ideen und Aktionen, um Deutschland als Innovationsland zu etablieren. Und scheint damit erfolgreich, schließlich hat das Weltwirtschaftsforum Deutschland zum innovativsten Land 2018 gekürt.

Gute Nachrichten für die zukünftigen Gründer von Made in Germany Start-ups. Eine Berliner Starthilfe für Innovationen ist die Initiative „Deutschland – ein Land der Ideen“. Der Name sendet ein klares Signal: Wir sind offen für Neues. Die Bundesregierung gründete die Initiative 2005 gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Aber wie genau funktioniert diese Interessengemeinschaft, und wie können Start-ups sie für sich nutzen?


Chance für Start-ups mit Innovationen

Die Gründer der Initiative haben erkannt, dass zwar Ideen der wertvollste wirtschaftliche Rohstoff sind. Aber sie bleiben oft unsichtbar aufgrund fehlender Plattformen, mangelnder Vernetzungen mit den passenden Leuten oder nicht vorhandenem Kapital. Also picken sie sich vielversprechende Innovationen heraus, zeichnen sie aus und stellen sie vor. Dadurch tauchen diese in den Medien auf, durch die Aufmerksamkeit entstehen neue Verknüpfungen und eventuell wieder neue Ideen. Und sind sie erstmal als Preisträger auf dem Präsentierteller, ziehen Start-ups auch die Aufmerksamkeit möglicher Geldgeber auf sich.

Weil Wissenschaft außerdem von der Vielfalt an Ideen lebt, rührt die Initiative auch im Ausland ordentlich die Werbetrommel, für den Standort Deutschland und um kluge Köpfe aus dem Inland mit ebenso kreativen Erfindern im Ausland zusammenzubringen. Das erhoffte Resultat: Deutschland als modernen, weltoffenen Wirtschaftsstandort anzupreisen und Erfindungen wie Erfindern Tür und Tor zu öffnen, Starthilfe Made in Germany. Start-ups können so über die Plattform der Initiative auch nach Partnern suchen oder nach weiteren Märkten, für die ihre Innovation interessant wäre.

 

Vorbildcharakter für Verbesserung der Zukunft

Ob die eigene Innovation generell zur Initiative passt, kann man am ehesten daran messen, ob sie den Menschen und der Umwelt nutzt. Denn eine Grundidee ist, dass die ausgezeichneten Ideen der Gesellschaft zugutekommen, Menschen besser miteinander verbinden, die Lebensqualität generell erleichtern und die Umweltsituation verbessern sollen. Sie sollten laut „Land der Ideen“ Leuchtturmcharakter besitzen. Also die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und der Gesellschaft zeigen: Hier geht es zu einer besseren Zukunft für alle. Das kann eine neue Technologie sein oder eine Nachbarschaftsorganisation, die einen einzigartigen Weg gefunden hat, sich einander zu helfen. 

 

Wettbewerbe und Projekte: Deutschland sucht versteckte Erfindungen

Das „Land der Ideen“ ruft immer wieder neue Projekte aus. Wer eine zündende Idee vorzuweisen hat, kann sich unter den Angeboten umschauen, ob die Innovation zu einem passt. Scheint keines der Projekte das eigene Feld abzudecken, aber glaubt ein kluger Kopf, die eigene Erfindung könne für Mensch, Umwelt oder Wirtschaft bedeutend sein, kann er sich trotzdem vorstellen. Schließlich werden immer wieder neue Aktionen ins Leben gerufen. Warum nicht Stein des Anstoßes sein? Und die Initiative ist offen für alle Innovationen, die der Gesellschaft helfen könnten, ob in Deutschland oder anderswo.

Welche Projekte gibt es bisher? Die Initiative sucht sich immer wieder ein neues Motto und Partner, um ein möglichst weites Feld abzudecken. Zu einem der erfolgreichsten Wettbewerbe zählt:

 

„Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“

Gemeinsam mit der Deutschen Bank stöbert die Bundesregierung nach Erfindungen in Deutschland, die den erwähnten Leuchtturmcharakter besitzen, also ausländischen Investoren signalisieren: Hier ist ein guter wirtschaftlicher Standort. Eine breit gefächerte Themenwahl für Start-up-Gründer. Seinen Ursprung hat der Wettbewerb in der Veranstaltungsreihe „365 Orte im Land der Ideen“, die seit 2006 mehr als 3.000 Projekte in Deutschland prämiert hat.

Inzwischen hat er ein Eigenleben entwickelt, und seit 2013 steht der Event im Zeichen eines Jahresthemas mit dem Schwerpunkt Stadt.

Das sind die bisherigen Titel der Ausschreibungen:

  • Im ersten Zyklus gab es Auszeichnungen für die Gestaltung von ländlichen Regionen unter dem Motto „Innovationen querfeldein – ländliche Räume neu gedacht“.
  • Im Jahr darauf für Ideen mit dem zentralen Thema Digitalisierung unter dem Motto „Stadt, Land, Netz! Innovationen für eine digitale Welt“.
  • Anschließend wurden Projekte prämiert, die den Mehrwert eines gemeinschaftlichen Miteinanders in den Vordergrund stellen: „Nachbar schafft Innovation – Gemeinschaft als Erfolgsmodell“.
  • Der jährliche Wettbewerb 2017 lautete: „Offen denken – damit sich Neues entfalten kann“.
  • Dieses Jahr heißt es: „Welten verbinden – Zusammenhalt stärken. 100 Innovationen für Deutschland“. Es werden Projekte gesucht, die unterschiedliche Lebenswelten verbinden und so den Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken. 

Jedes Jahr werden 100 Projekte prämiert, also gute Chancen für Start-ups, auf der Plattform zu landen.

Wer kann sich bewerben?Laut der Initiative gehören zum zugelassenen Klientel Sozialunternehmen, Unternehmen und Forschungsinstitute, Städte, Kommunen, Landkreise, Ministerien, Kunst- und Kultureinrichtungen, Universitäten, soziale und kirchliche Einrichtungen, Initiativen, Vereine, Verbände, Genossenschaften und private Initiatoren mit Sitz in Deutschland. Außerdem in Deutschland ansässige Tochtergesellschaften ausländischer Unternehmen.

Wer wissen möchte, ob er sich mit seiner Idee bei dem Projekt bewerben sollte, kann auch einen Blick auf die bisherigen Gewinner werfen. Obwohl natürlich gerade der Begriff Innovation bedeutet, etwas ganz Neues zu kreieren. Also gilt: sich trauen und beim Projekt vorstellen.

 

Der „Deutsche Mobilitätspreis"

Wer eine Idee beziehungsweise ein Start-up zum Thema Verkehr publik machen möchte, hat hier die Gelegenheit. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur prämiert die Initiative „Innovationen für eine intelligente Mobilität“. Besonderes Augenmerk liegt auf digitalen Lösungen.

Das sind die bisherigen Themen:

  • Im ersten Jahr stand der Wettbewerb unter dem Motto „Intelligent unterwegs – Innovationen für eine mobile Gesellschaft“. 
  • Im darauffolgenden lag der Schwerpunkt auf dem Thema Sicherheit.
  • Diese Jahr suchte die Initiative nach „digitalen Lösungen für eine nachhaltige Mobilität“. Leitfragen für die Preisvergabe sind zum Beispiel: Wie macht die Digitalisierung unsere Mobilität nachhaltiger? Wie können Verkehr effektiver gestaltet und negative Nebeneffekte 

verringert werden? Und: Wie kommen Personen und Güter dank digitaler Lösungen nachhaltiger von A nach B? Die Preisverleihung war Anfang November 2018 – das heißt, Anwärter für das Mobilprojekt sollten sich bereit machen für das Projekt 2019.

Wie läuft das ab?Der Wettbewerb besteht aus zwei Phasen. Ab dem Frühjahr können sich Start-ups, Unternehmen, Netzwerke, Cluster, Projektentwickler, Vereine, Verbände, Forschungsinstitutionen oder Universitäten um den Deutschen Mobilitätspreis bewerben. Organisationen aller Art mit Sitz in Deutschland sind aufgerufen. Die Initiative nennt dies die Best-Practice-Phase. Anschließend werden zehn Gewinner gekürt.

Ab dem Sommer beginnt die Open-Innovation-Phase. Dann sind die Einfälle aller Einwohner Deutschlands gefragt: Über das Ideenportal des Deutschen Mobilitätspreises wird der Wettbewerb ausgeschrieben. Im Winter findet die Preisverleihung statt.

So haben Firmen und Profis ebenso die Gelegenheit, ihre Innovationen auf eine Plattform zu heben, wie jeder fachfremde Bürger, der eine zündende Idee zum Thema hat und einen Weg sucht, sie umzusetzen und publik zu machen. Alles geistige Potenzial soll seine Chance bekommen.

Beispiele als Ideenanreiz: Den Markt zu kennen, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen, um mit einem Start-up erfolgreich zu landen. Melden sich alle mit der gleichen Innovation an, sinken natürlich die Erfolgschancen. Aber man muss natürlich wissen, was gefragt wird.

Apps gehören mit zu den häufigsten Innovationsideen im Bereich der Mobilität. Im ersten Jahr bestanden ein Drittel der eingereichten Pläne aus Apps. Dieses Jahr sind es immer noch 29 Prozent. Während sich 2018 satte 35 Prozent der Innovationen mit Elektromobilität beschäftigten. Datensicherheit ist ebenso eines der prägnantesten Themen: Im Jahr 2017 reichten 22 Prozent Ideen ein, die den Schutz persönlicher Daten betrafen.


NRW-Wirtschaft im Wandel

Eine Chance für Start-ups in Nordrhein-Westfalen: Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Rheinische Post, gemeinsam mit weiteren Partnern, möchten den Strukturwandel des Bundeslandes sichtbar machen. Vorbei die Zeiten, als allein Braunkohle den Wirtschaftsmotor ausmachte. Die Region am Rhein behauptet sich jetzt mit Erfindungsgeist. Schirmherr ist der Wirtschaftsminister Nordrhein-Westfalens Dr. Andreas Pinkwart. Das heißt, Unternehmen in NRW mit erfolgversprechenden Innovationen haben gute Aussichten, auf der Wettbewerbsplattform zu landen.

 

Der DLD-Campus

Industrie 4.0 und die Hidden Champions Deutschlands miteinander verbinden – eine starke Gelegenheit für digitale Start-ups: DLD-Campus (ausgeschrieben Digital Life Design) ist eine Konferenzreihe, die in Universitätsstädten stattfindet, die nicht zu den Metropolen gehören. Denn genau hier sitzen die Hidden Champions und oft auch vielversprechende digitale Start-ups. Auf diesen Konferenzen sollen sie zusammenfinden, um eine möglichst erfolggekrönte Symbiose einzugehen. So bleiben Hidden Champions auf dem neuesten Stand, und deutsche Start-ups können sich etablieren. Die Initiative „Land der Ideen“ ist inzwischen strategischer Partner des DLD-Campus. 

 

Deutsche Initiative als Bindeglied für inländische und ausländische Start-ups

africaXchanger – Young Leaders Hub Berlin: Je mehr Menschen und Kulturen, desto mehr Sichtweisen und kreatives Potenzial entstehen. Für ein internationales Brainstorming lud „Deutschland – Land  der Ideen“ 2017, in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Dr. Stefanie Rau-Gerdts, junge afrikanische Unternehmer aus dem Energie-, Technologie- oder Agrarsektor und ihre deutschen Counterparts ein. Die Start-ups stellten ihre Innovationen und Erfolgsgeschichten vor, damit sich die Jungunternehmer aus den afrikanischen Ländern und Deutschland miteinander verbinden können. Eine Symbiose der Ideen erwuchs daraus. Die Veranstaltung war der Auftakt für eine geplante Reihe von Aktionen, um das deutsch-afrikanische Netzwerk zu stärken und Zukunftsperspektiven für die wirtschaftliche Zusammenarbeit aufzuzeigen. Für Start-ups bedeutet das: Augen offen halten und nach Unterstützung und Partnern auch im Ausland suchen und sich auf dem nächsten Event der Initiative ebenfalls zu bewerben, um sich mit Erfindern aus afrikanischen Ländern zusammenzutun. Dadurch wächst die Chance, sich zu etablieren, und so haben alle Länder der Welt bessere Möglichkeiten, ihr kreatives Potenzial zu nutzen und zu realisieren.


Romantischer Start des innovativen Deutschlands 

Während schon allein das Wort Wirtschaftsstandort ein trockenes Gefühl im Mund auslöst, ist der Startschuss für die Gründung der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“  ein viel bewegenderer als der Wunsch, das Land erfolgreicher zu machen. Ausgangspunkt war die Fußballweltmeisterschaft 2006. Sie wurde in Deutschland ausgerichtet, und da der Weltlieblingssport es vermag, dass alle Augen sich auf einen Ort richten, wollte Berlin dafür sorgen, dass Deutschland dabei gut aussieht. Name und Motto stammen von einem Zitat des Bundespräsidenten a. D. Horst Köhler, der bei seinem Amtsantritt im Jahr 2004 abgekürzt sagte: „Das Leitbild der Bundesrepublik Deutschland soll sein: ein Land der Ideen!“ Da dies prima geklappt hatte, wurde die Initiative auch nach der WM weiter ausgebaut und sammelt seitdem Innovationen, um ihnen auf die Beine zu helfen. Eine ausgezeichnete Start-up-Plattform Made in Germany.

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