Die bunte deutsche App-Landschaft

Der deutsche Markt für Apps wächst stetig. Indem sie nur für eine Anwendung bereitstehen, feiern die kleinen spezialisierten Programme große Erfolge.

In den Anfangszeiten des iPhones waren Apps notwendig, um die damalige Flash-Technologie zu umgehen und Videoinhalte abspielbar zu machen. Die daraufhin explosionsartig ansteigende Nachfrage zog die Gründung vieler App-Agenturen nach sich, und die Eröffnung des ersten Stores vor zehn Jahren revolutionierte die Smartphone-Industrie. Seitdem haben deutsche Unternehmen insgesamt einen Umsatz von 8,1 Milliarden Euro durch die Entwicklung der smarten Anwendungen erzielt. In dieser Zeit wurde das Smartphone zum intelligenten Begleiter für alle Lebenslagen.

App-Marktentwicklung

2017 zählten die zwei größten App Stores von Apple und Google zusammen 1,8 Milliarden Downloads in Deutschland. Im selben Jahr setzten deutsche Unternehmen 1,5 Milliarden Euro mit den mobilen Anwendungen für Smartphones und Tablets um. Diese Zahlen ergab eine Auswertung des Digitalverbands Bitkom.(1) Damit hat sich der Umsatz im Vergleich zu 2013 verdreifacht, gegenüber 2016 ist er um 4 Prozent gewachsen. Rund drei Viertel stammen aus In-App-Käufen für Erweiterungen, beispielsweise zusätzliche Level. Die Akzeptanz des Wertes derartiger Inhalte hat sich in den letzten zehn Jahren durchgesetzt. In den Anfängen ergab sich der Löwenanteil von 98 Prozent des Umsatzes noch durch den Kaufpreis der Apps. 

Zurzeit beflügeln Wearables, wie Smartwatches oder Fitnessarmbänder, den Markt und lassen zahlreiche neue Apps aufkommen. Googles Play Store bietet 3,4 Millionen verschiedene Anwendungen und entscheidet damit knapp zwei Drittel der Downloads für sich. Im App Store von Apple sind 2,2 Millionen Apps verfügbar, diese nehmen allerdings nur rund 35 Prozent der Kunden in Anspruch. Die meisten Applikationen werden in den USA programmiert, Marktführer ist aber das finnisch-stämmige Gaming-Unternehmen Supercell.  

Die Lieblings-Apps der Deutschen

Sowohl in Deutschland als auch international steht dieser AppPublisher mit großem Abstand an der Spitze. Zwei Drittel des Umsatzes generiert das Spiel Clash of Clans. Unter den zehn umsatzstärksten GamingApps findet sich keine deutsche Entwicklung. Die Spiele-Apps gehören neben Anwendungen für Soziale Netzwerke, Messengern und Streaming-Diensten zu den beliebtesten Kategorien in den AppStores. 

Bei den kostenpflichtigen Angeboten stehen in Deutschland die Partnervermittler Tinder sowie Lovoo weit vorn. An dritter Stelle liegt eine deutsche App: Babbel von Lesson Nine aus Berlin. Die vier Gründer arbeiteten ursprünglich gemeinsam in einem Unternehmen für Musiksoftware, bevor sie die erfolgreichste Sprachlern-App Europas entwickelten. In 8.500 Lerneinheiten können User damit 14 verschiedene Sprachen erlernen. Die Diversität spiegelt sich intern wider, denn inzwischen ist das Team auf 500 Mitarbeiter aus 40 verschiedenen Nationen angewachsen. Rang sechs belegt die BILD-App vom Axel Springer Verlag, und den neunten Platz nimmt Freeletics aus München ein.

Laut der Marktanalyse von App Annie (2) hat sich die Nutzungsdauer 2017 auf durchschnittlich 43 Tage pro Jahr gesteigert. Dies entspricht 30 Prozent mehr als noch zwei Jahre zuvor. Jeden Monat verwenden User im Schnitt 40 verschiedene Apps, obwohl durchschnittlich etwa doppelt so viele installiert sind. Im internationalen Vergleich findet sich Deutschland mit diesen Zahlen weitgehend im Mittelfeld wieder. China und Indien übertreffen mit Abstand alle deutschen Werte. Demnach gibt es hierzulande noch Luft nach oben, und eine Marktsättigung ist vorerst nicht zu erwarten.

 

1) https://www.springerprofessional.de/app-entwicklung/mobile-commerce/markt-fuer-apps-in-deutschland-waechst-deutlich/15422988

2) https://www.heise.de/developer/meldung/App-Marktanalyse-2017-Umsaetze-und-Nutzung-nehmen-deutlich-zu-3945999.html


Foto: Steve Buissinne auf Pixabay  

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