Gefahren für die deutsche Wirtschaft

Als Exportweltmeister mit steigendem Wachstum zeigt sich die deutsche Wirtschaft selbstzufrieden. Doch die hohen Standards der Produktion sind gefährdet, da der Reformbedarf in Deutschland groß ist. Ein Umdenken der Politik ist ratsam.

Laut einer aktuellen Studie der Schweizer IMD Business School liegt die Bundesrepublik nur noch auf Rang 15 der wettbewerbsfähigsten Standorte weltweit. Damit setzt sich der Abstiegstrend bezüglich der deutschen Wirtschaft aus den letzten vier Jahren weiter fort. Die verantwortlichen Entwicklungen sind vielfältig, durch gezielte Maßnahmen lassen sich diese Risiken jedoch in Chancen verwandeln.

Recht muss deutsche Wirtschaft unterstützen

Mit der fortschreitenden Digitalisierung verschwinden zusehends die Grenzen zwischen Arbeit und Privatem, auch in der deutschen Wirtschaft. Das deutsche Arbeitsrecht ist nicht darauf eingestellt, die Vorgaben zur Arbeitszeit verhindern es, das digitale Potenzial voll auszuschöpfen. Doch vorgeschriebene Ruhezeiten und das tägliche Maximum an Arbeitszeit sind nicht mehr zeitgemäß. Zum Schutz des Arbeitnehmers reicht eine maximale Wochenarbeitszeit von beispielsweise 48 Stunden. Damit wäre es möglich, den Arbeitstag selbstbestimmt und flexibel zu gestalten. 

Die Digitalisierung bringt weitere Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft mit sich, bei den meisten haben andere Staaten Deutschland abgehängt. Besonders in den Bereichen Smart Government und digitaler Netzinfrastruktur sind die Anstrengungen zu gering. Online-Geschäftsmodelle hingegen werden durch das Netzneutralitätsgesetz strenger reguliert als analoge. Für grundlegende Veränderungen greifen die digitalen Kompetenzen in der Bundesregierung zu kurz, die Zusammenarbeit mit Experten ist unerlässlich.

Attraktiver werden 

An dieser Stelle tritt eine weitere Problematik auf: Der Mangel an qualifiziertem Personal gehört zu den größten Sorgen von Unternehmern. Rund 440.00 Fachkräfte fehlen, mit ihnen fiele die Leistung in der deutschen Wirtschaft um bis zu 30 Milliarden Euro höher aus. Derzeit nimmt die Zahl der Zuwanderer aus Europa ab. Umso wichtiger ist es, Deutschland für qualifizierte Arbeitssuchende aus Drittstaaten attraktiver zu machen. Benötigt wird ein klares Zuwanderungsgesetz, das Fachleute willkommen heißt und gleichzeitig Hilfesuchende schützt. Die Kanadier setzen das Prinzip bereits konsequent um: Sie werben qualifizierte Migranten gezielt an und fördern die deutlich kleinere Gruppe der aufgenommenen Flüchtlinge durch Integrations- und Bildungsangebote. Um den Fachkräftemangel in der deutschen Wirtschaft langfristig zu beheben, sind große Investitionen in das öffentliche Bildungssystem erforderlich.

Investieren und deutsche Wirtschaft ankurbeln

Unsere gesetzlichen und privaten Krankenkassen arbeiten unwirtschaftlich, die Kostensteigerungen in den letzten Jahren sind enorm. Bis 2040 rechnet das Bundeswirtschaftsministerium mit einer Steigerung der Beiträge um rund zehn Prozentpunkte. Zusätzlich gehen bald die geburtenstärksten Jahrgänge in Rente, auch die Sanierung der Infrastruktur ist ein wichtiges Kriterium für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Bei allen Reformen stellt sich die Frage nach der Finanzierung. Denn das Investitionen sinnvoll und überfällig sind, wird an vielen Stellen deutlich. In Zeiten von historisch niedrigen Zinsen sollte die Politik vom Pfad der Sparsamkeit abweichen und sich, zum Wohl der deutschen Bevölkerung, von der schwarzen Null verabschieden. 

 Foto: Pixabay

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