Gute Zeiten für Biokleidung aus deutscher Manufaktur

Nachhaltige und ökologische Kleidung – oder Biokleidung – ist angesagt. Nicht zuletzt den katastrophalen Zuständen in Textilfabriken in Bangladesch und anderen Ländern verdankt sich diese Entwicklung. Auch vegane Schuhe und Taschen liegen im Trend. Biobaumwolle und weitere natürliche Fasern lösen Kunstfasern immer öfter ab, auch weil Unverträglichkeiten und Allergien zunehmen.

Zum einen möchten Verbraucher sich selbst und ihre Kinder schützen, zum anderen nicht mitverantwortlich sein für Katastrophen, wie die vom Rana Plaza im Jahr 2013. Immer mehr Start-ups nehmen diesen frischen Wind auf und machen sich das neue Bewusstsein für Biokleidung zunutze. 

Biokleidung aus deutscher Produktion im Trend

Einer der Vorteile für kleine Manufakturen, den das neue ökologische Verhalten mit sich bringt, sind faire Preise, die Start-ups in die Lage versetzen, sich zu finanzieren. Denn im Gegensatz zum Kauf von Kleidern bei großen Ketten ist es teurer, hochwertige Biokleidung anzuschaffen. Das steigert die Einnahmen und das Selbstbewusstsein der Hersteller. Viele Verbraucher zahlen gerne für den Mehrwert, denn sie tun es für ihr gutes Gefühl. Deutsche Manufakturen wissen das zu nutzen. 

Ein Hersteller, der seit Jahren wächst und besonders für junge Kunden produziert, ist die Firma Hafendieb, die nachhaltig und fair handelt. Nicht alles, aber vieles in den Kollektionen für Männer und Frauen entsteht aus zertifizierter Biobaumwolle oder Bambusviskose. Die letzten Handgriffe, wie der Motivdruck auf die Shirts, werden in Berlin oder Hamburg vorgenommen. Der Charme des Labels rührt von seiner norddeutschen Art, erkennbar zum Beispiel anhand von T-Shirt-Sprüchen. Das Alleinstellungsmerkmal norddeutsch rundet den Gesamteindruck der Biokleidung Made in Germany auch optisch ab. 

Schadstofffreie Biokleidung und vegane Schuhe

Als Familienunternehmen gründete sich die Pure Nature Products Versand GmbH im Jahr 1996. Anlass war der eigene Bedarf an Biokleidung und anderen Alltagsgegenständen, die für Allergiker geeignet sind. Aus dem zunächst kleinen Versandhandel wuchs ein florierendes Unternehmen. Die in Deutschland hergestellte Kleidung wird aus biologischen Stoffen gefertigt, enthält keinerlei tierische Materialien und ist schadstoffkontrolliert. Der Shop ist ideal für Veganer und Tierhaarallergiker und richtet sich bei der Produktauswahl nach den Bedürfnissen Umwelterkrankter. 

Ebenfalls eine richtige Adresse für Veganer und Vegetarier ist der deutsche Schuhdesigner und -Shop Ethletic, die vegane Marke der Fair Deal Trading GmbH. Die Gründer Dr. Martin Kunz und James Lloyd hatten im Jahr 2004 ursprünglich die Idee, fair gehandelte und produzierte Fußbälle auf den Markt zu bringen, frei von Kinderarbeit und schlechten Arbeitsbedingungen. Ein weiteres Anliegen war die nachhaltige Herstellung von Kautschuk, aus dem Fußbälle hauptsächlich bestehen. Ihr Einsatz brachte schließlich den Forest Stewardship Council für nachhaltige Forstwirtschaft in Sri Lanka hervor. Unter seiner Aufsicht wächst heute der von Ethletic verwendete Naturkautschuk. Neben Nachhaltigkeit und dem Schutz von Mensch und Natur geht es dem Label um Respekt vor dem Leben im Allgemeinen. Die heute von ihnen in Serie hergestellten Sneakers sind hundertprozentig vegan und dennoch modern und bequem. 

Biokleidung, Möbel und mehr: Fairness im Online-Shop

Unter anderem kaufen Verbraucher die Ethletic-Schuhe in einem deutschen Online-Shop für Produkte mit den Stempeln „ökologisch“, „fair“, „vegan“ und „Made in Germany“: dem Avocadostore aus Hamburg. Der Anbieter vertreibt nicht nur Biokleidung von diversen Herstellern. Im großen Online-Sortiment erhalten Kunden beinahe alles, von Outdoor-Zubehör, Deko-Artikeln, Möbeln, Textilien über Kosmetik bis hin zu Superfood, Tees, Pflanzen, Tiernahrung und PC-Zubehör. Kurz: all die schönen und nützlichen Dinge des Lebens. Dabei achten die Betreiber bei jedem Händler, den sie in ihrem Shop zulassen, auf dessen Angaben zu ihren Nachhaltigkeitskriterien. Nur wer diese nachweisbar erfüllt, darf im Avocadostore verkaufen.  

Zehn Kriterien für Nachhaltigkeit und ökologische Produkte 

Dabei reicht es, wenn die Produkte wenigstens unter eines der Kriterien fallen. Diese lauten: Der Hersteller verwendet Rohstoffe aus Bioanbau; die Artikel werden fair und sozial hergestellt; sie werden haltbar gemacht, recycelt und recyclebar gefertigt. Zudem sind alle Teile Made in Germany; die Produktion reduziert den CO₂-Anteil; Produktion und Vertrieb arbeiten ressourcenschonend, die Herstellung verläuft schadstoffreduziert; alle Einzelteile sind vegan oder der Herstellungsprozess richtet sich nach dem Prinzip Cradle to Cradle (Link: https://c2c-ev.de/). Letzteres vereint mehrere Aspekte in sich und beschreibt die Ökoeffektivität bei der Produktion und Verwertung von Waren. Den Begriff prägte Michael Braungart, deutscher Verfahrenstechniker und Chemiker.Braungart ließ sich inspirieren von natürlichen Kreisläufen, in denen Abfall praktisch nicht anfällt, weil jedes Abfallprodukt wieder Rohstoff für einen neu beginnenden Kreislauf darstellt. 

Biokleidung: nachhaltig, verträglich, modisch

Der Avocadostore unterstützt mit seinen Kriterien die Verwendung hochwertiger Rohstoffe und die professionelle handwerkliche Herstellung. Nach seiner Vorstellung sollte Biokleidung nicht selten, sondern die Regel sein. Der Online-Shop informiert darüber, wer wo wie produziert, und welche Rohstoffe der Hersteller dafür verwendet. Besonders für Kinderspielzeug und -kleidung oder Allergiker sind ökologische, biologische und kontrollierte Produktion unverzichtbar. Die Gründer des Shops für Biokleidung und mehr unterstützen den Trend zu bewusstem Konsum mit ihren Kriterien für Händler. Viele von ihnen stellen innovative, stylishe Mode her, der man ihre Bioherkunft nicht ansieht. Andere legen Wert darauf, dass man dies eben doch tut. Die Bandbreite an Produkten wächst permanent. Selbstverständlich kostet so viel Natürlichkeit in der Produktion Zeit und am Ende ein wenig mehr Geld. Doch das gute Tragegefühl der Biokleidung – veganer Sneakers oder fair gehandelter Baumwoll-Shirts – ist es den Verbrauchern wert.

Foto: Pixabay.com

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