Spannender Wandel in Robotik und Maschinenbau

Großen Fortschritt, aber auch Hürden bergen Robotik und neue Technologien. So berechneten Experten der ING-Diba Bank im Jahr 2015, dass diese Entwicklungen früher oder später über die Hälfte der Arbeitsplätze hierzulande ins Wanken bringen werden. Alles in allem bietet der technologische Fortschritt für Robotik- und Maschinenbau-Unternehmen jedoch Potenziale, die es zu heben gilt.

Übernehmen die Roboter die Fertigung? Ohne Zweifel stellt die Robotik viele Bereiche auf den Kopf, insbesondere die Produktion. Dabei offenbaren sich Chancen für deutsche Hersteller, die danach streben, effizient auf Individualisierungswünsche von Verbrauchern sowie auf die Herausforderungen des globalen Wettbewerbs einzugehen. Immer mehr aufstrebende Unternehmen zeigen, wie spannend Robotertechnik ist. Am industriellen Horizont zeigen sich völlig neue Potenziale zur Optimierung und daraus resultierend zur Kosteneinsparung.

Was sind aktuelle „heiße Eisen“ in Robotik und Maschinenbau?

Mit den positiven Tendenzen und auch mit Störfaktoren durch den technologischen Fortschritt befasst sich die Studie „Zukunftsperspektive Deutscher Maschinenbau – Erfolgreich in einem dynamischen Umfeld agieren“ des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) und McKinsey & Company. Darin nennen mehr als 50 Entscheidungsträger der starken deutschen Maschinenbaubranche Entwicklungen, welche derzeit und künftig für Unruhe in diesem Sektor sorgen können:

  • Dass sich die Nachfrage in nicht-europäische Länder verlagert
    (90 Prozent der Entscheider gaben dies an).
  • Die Nachfrage in puncto kundenspezifischer System-/Integrationslösungen
    (81 Prozent der Befragten)
  • Dass Aftersales/Service immer wichtiger wird
    (71 Prozent der Befragten).
  • Wettbewerb durch neue Player im Markt
    (48 Prozent der Entscheider)

Viele Unternehmen, die im Bereich Robotertechnik sowie im Maschinenbau produzieren, werten diese Punkte eher nicht als bedrohlich, sondern als Chancen. So versprechen sich die Firmen vom Bereich Aftersales/Services Möglichkeiten, sich vom neuen Wettbewerb abzugrenzen. Für die Nachfrage in puncto kundenspezifischer System-/Integrationslösungen sehen sich die Unternehmen ebenfalls gut gewappnet.

Herausfordernder für die Firmen ist das Thema der Nachfrageverlagerung ins Ausland. In Europa sind Löhne eher hoch, daher ist die Automatisierung der Fertigung in europäischen Ländern weit entwickelt. Während sich in diesen Staaten der Automatisierungstrend weiter fortsetzt, weisen auch Länder mit bereits vorhandener industrieller Herstellung und anziehenden Löhnen gewaltiges Absatzpotenzial auf. Zu Letzteren zählen z. B. China sowie aufgrund des Reindustrialisierungstrends die USA und Kanada.

Auf Export und Partner fokussieren

In puncto Internationalisierung raten VDMA und McKinsey & Company kleineren Unternehmen aus Robotik und Maschinenbau, sich entweder auf den Export zu konzentrieren oder mit Firmen in ähnlicher Lage zusammenzuarbeiten. Dabei sei es von Vorteil, eine ganzheitliche Wachstumsstrategie und eine schrittweise Internationalisierung zu verfolgen. Ein solches Vorgehen soll die Risiken eindämmen.

Und wie Industrie 4.0-Potenziale heben? Auch hier ist es ratsam für kleinere Unternehmen, mit anderen Firmen zu kooperieren oder sich in puncto Forschung zu vernetzen – so packen sie den Wandel auf dem europäischen Markt.

Dem Service gehört die Zukunft 

Bereits heute ist Robotertechnik und damit die Automatisierung fester Bestandteil bei der Herstellung von Werkzeugmaschinen. Aufgrund der sich abzeichnenden Entwicklung von Schichtbautechnologien (= Schicht-für-Schicht-Herstellung von Werkzeugen, vergleichbar mit 3D-Druckern) und damit einhergehend niedrigeren Produktionskosten werden die Anwendungsszenarien attraktiver. Hinzu kommen wachsende Lohnkosten in ehemaligen Billiglohnländern mit regionaler Industrie, weshalb auch dort die Automatisierung floriert.

Ohne Zweifel befinden sich der Maschinenbau und die Robotertechnik im Wandel: Über mittelfristige oder längere Zeiträume bewegt sich laut Experten die Nachfrage fort von Europa. In Deutschland und anderen europäischen Staaten ebbt die Nachfrage dann zwar nicht völlig ab, verändert sich jedoch. Wie gesagt, prägt die hohe Automatisierung bereits die Industrie, deshalb erstarken Wartungsservices und andere Dienstleistungen hierzulande. Aufgrund des Trends zur „intelligenten Firma“ wandeln sich auch die Anforderungen hin zur Vernetzung und zu ganzheitlichen Lösungen. Nicht nur die ein oder andere Fertigungsstraße, komplette Betriebe gilt es zu automatisieren.

Fazit: Aufgrund der aufgezeigten Entwicklungen und Erkenntnisse empfehlen Experten Unternehmen der Robotik- und Maschinenbaubranche in Deutschland, sich so zügig wie möglich international auszurichten, die Möglichkeiten der Industrie-4.0-Ära zu nutzen und vor allem im aufstrebenden Aftersales/Services-Umfeld zu agieren. Zudem raten Experten den Firmen dazu, sich um entsprechende Fachkräfte zu bemühen – Talentförderung und Weiterbildung in den Unternehmen gilt es zu stärken.


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