The Hundert

Das Buch als Übersicht im Start-up-Dschungel

Start-ups scheinen zurzeit nicht wie die sprichwörtlichen Pilze aus dem Boden zu schießen, mehr noch: Die Menge ähnelt eher dem Klee auf einer ungemähten Frühlingswiese. 

Leider sind die Neugründungen nicht ebenso unverwüstlich, und erfolgreiche Start-ups sind vielleicht fast ebenso selten wie ein vierblättriges Kleeblatt. Über 80 Prozent der gegründeten Start-ups verschwinden sang- und klanglos, nach dem sie vorher recht laut auf dem Markt erschienen waren. Um sich in diesem schnell drehenden Businesskarussell zurecht zu finden, gibt es „The Hundert“, das Start-up-Buch mit einer Übersicht zu den echten, nachhaltigen Geschäftsideen auf dem Markt und ihren Entstehungsgeschichten.

Thomas Eichhorns Hilfestellung für die Start-up-Szene

Dabei konzentrierte sich „The Hundert“ lange fast nur auf Berlin. Warum? Das ist simpel: Thomas Eichhorn ist Projektmanager des Magazins, erdacht hat es allerdings der Frankfurter Jan Thomas und beide kennen sich in der deutschen Hauptstadt bestens aus. Sie sehen es als ihre Mission, den Berliner Start-ups einen guten Markteinstieg zu ermöglichen und ihnen dabei zu helfen, in der unübersichtlichen Szene gute Investitionsmöglichkeiten zu finden: eine Triple-Win-Situation also für die Beteiligten.

Start-up für Start-ups

Der Verlag NFK hinter „The Hundert“ ist selbst ein Start-up. Und es gehört zum Glück zu den unter 20 Prozent aller Neugründungen, die seit Jahren erfolgreich sind. Dabei hatte Unternehmensgründer Jan Thomas im Jahr 2010 die Idee erst nach spektakulärer Pleite seines ersten Start-up-Versuchs in Berlin. Noch frisch in der Szene und ohne Ahnung davon, wie ein Start-up erfolgreich großgezogen werden kann, war sein Einstieg zum Scheitern verurteilt. Doch „Jeder Versuch macht klug“, oder es war einfach nur die Warmlaufphase für seine Unternehmerkarriere: Denn im Laufe der Zeit und mit Hilfe eines Blogs sammelte Jan Thomas Start-up-Kontakte und kam so auf die Idee, seine Sammlung in einem Heft zu veröffentlichen. Und wechselte so mit seinem Verlag von der Seite der 80 Prozent, die es nicht schaffen, auf die andere Seite. Und das, obwohl sein Heft nicht verkauft wird, sondern gratis versendet wird. Wie geht das?

Gratis ist nicht gleich umsonst

Sponsoren heißt das Zauberwort. Dazu gehören zum Beispiel die KPMG, die Weberbank und die Stadt Berlin. Das Ergebnis ist ein Magazin mit exklusiven Geschichten, Layouts und Fotos, das Firmen in ihren Räumen zum Schmökern auslegen. Der Trick ist dabei unter anderem, mit Fotografen zusammen zu arbeiten, die ebenfalls grade erst ihre Karriere begonnen haben. Und zwar in jedem Heft mit anderen. Dadurch entsteht immer wieder ein kleines Kunstwerk. Damit keine Langeweile aufkommt, wird die Szene im Hinblick auf die unterschiedlichsten Gesichtspunkte beleuchtet: Verbindungen zwischen Start-ups, die Locations der Start-ups und 100 Start-up-Gründer in Outfits von 100 Berliner Modedesignern. Etwas zum Schauen und Schmunzeln. Eine Jury aus erfolgreichen Unternehmern entscheidet, wer im Heft abgebildet wird. Ein interessanter Nebeneffekt ist die Entdeckung, dass die Printbranche trotz der Digitalisierung wohl immer mit Special-Interest-Publikationen wie dieser erhalten bleibt. Obwohl die Start-up-Szene zu einem Großteil aus digitalen Innovationen besteht, ist „The Hundert“ in gedruckter Ausgabe ein gern genommenes Produkt. Auf Papier schmökert es sich eben doch angenehmer. Natürlich gibt es „The Hundert“ auch gratis zum Downloaden als PDF. Wer die jetzige Printausgabe bestellen möchte und nicht zugesandt bekam, muss dafür mittlerweile allerdings schon 24 Euro hinblättern.

Viele erfolgreiche Produkte aus einem kleinen Verlag

Der Made in Germany-Verlag listet inzwischen allerdings nicht nur Start-ups in Berlin auf, sondern arbeitet sich durch unterschiedliche Kategorien. Frauen, New York, Berlin, Europa – um sich in der Masse zurecht zu finden, musste ein System geschaffen werden. Sich nur auf die deutsche Hauptstadt zu konzentrieren wäre angesichts des Erfolgs geradezu dumm gewesen. Neben „The Hundert“ ist auch der anfängliche Blog „Berlin Valley“ inzwischen zusätzlich zum Magazin mutiert, das sich ebenfalls auf die Start-up-Szene in Deutschland konzentriert und mit Sonderausgaben die Epizentren der Gründerszene abdeckt, darunter Städte wie Frankfurt, München oder Hamburg. Allerdings decken diese eher allgemeine Themen zu Start-ups ab, während The Hundert ein klares Erfolgsprofil der Szene ist.

Photo by Alex Kotliarskyi on Unsplash

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