So blickt wichtigster deutscher Industriesektor in die Zukunft

Wie die Zahlen belegen, geht es dem deutschen Industriesektor Maschinenbau trotz Konkurrenz und politisch bewegter Weltlage gut. Damit es im wichtigsten Industriezweig Deutschlands weiter vorangeht, fordert der VDMA von der neuen Bundesregierung vor allem für den Mittelstand und Unternehmen Made in Germany Unterstützung, z. B. in Form eines starken Datennetzes.

Der deutsche Industriesektor, speziell der Maschinen- und Anlagenbau zeigt sich im positiven Licht. Im Jahr 2016 erwirtschaftete die Branche einen nominalen Umsatz von rund 215 Milliarden Euro. Das positive Ergebnis resultiert aus einer stabilen konjunkturellen Entwicklung, sowohl in Deutschland als auch weltweit, sowie aus den auffrischenden Investitionen der Unternehmen in Anlagen und Ausrüstungen. Trotz des weltweit bewegten politischen Klimas beweist der Maschinenbau Made in Germany laut VDMA-Präsident Carl Martin Welcker, dass er sich Veränderungen anpassen kann. So bleibt dieser Sektor mit rund einer Million Mitarbeitern in den Stammbelegschaften Welcker zufolge nach wie vor der führende Arbeitgeber der deutschen Industrie.

Weltmarktführer

Die meisten deutschen Maschinenbauer bieten technisch komplexe Systemlösungen. Aufgrund ihrer Ausrichtung auf Nischen, technologische Stärken und Innovationsfreude sind viele der meist nicht börsennotierten Unternehmen Weltmarktführer in ihren Bereichen. Der Großteil davon sind Unternehmen die ausschließlich in Deutschland produzieren ( Made in Germany ). Darüber hinaus agieren die Maschinenbauer innovativ: Im laufenden Jahr belaufen sich ihre Innovationsaufwendungen auf rund 15,5 Milliarden Euro.

Aktuell ist eine wichtige Aufgabe vieler Firmen, Industrie-4.0-Lösungen einzuführen. Doch es droht auch asiatische Konkurrenz: Im Hinblick auf die weniger aufwändig produzierten Maschinen kommt vor allem aus dem ostasiatischen Raum Gegenwind. „Für deutsche Produzenten kann es gleichwohl durchaus lukrativ sein, das Engagement im Mid-Tech-Segment auszuweiten. Dafür müssen sie Produktionskosten senken und gleichzeitig überlegenes Know-how nutzen, das viele ihrer Konkurrenten aus dem Low-Tech-Bereich noch nicht haben. So können sie einen Markteintritt neuer Wettbewerber in den Mid-Tech-Bereich erschweren und Marktanteile verteidigen“, rät Dr. Alexander Mann, Sector Head Industrials der Commerzbank.

Jetzt heißt es Mittelstand stärken

Auf dem diesjährigen Maschinenbaugipfel in Berlin formulierte Carl Martin Welcker Forderungen an die neue Bundesregierung, damit sein Sektor weiter erfolgreich wirtschaften kann. 40 Milliarden Euro solle Berlin in ein flächendeckendes Glasfaserkabelnetz investieren. Ein starkes Datennetz sei insbesondere für die vielen in ländlichen Regionen ansässigen Mittelständler erforderlich.

Darüber hinaus drängt der VDMA-Chef auf die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung. So sollen steuerliche Anreize die Firmen veranlassen, sich in puncto Forschung und Entwicklung noch mehr zu betätigen. Welcker zeigte sich auf dem Maschinenbaugipfel damit einverstanden, wenn die Forschungsförderung auf eine Maximalsumme beschränkt würde. Insbesondere kleine und mittlere Firmen sollen unterstützt werden.

Weltoffen bleiben

Des Weiteren bekräftigte Welcker, dass seine Branche weiter weltoffen agieren müsse. Entwicklungen wie der Brexit, die sich abschottende US-Politik und die drastischen Sanktionen gegen Russland bedrängen das Geschäft. „Gerade die politischen Eingriffe in den Markt sind für den Maschinenbau Made in Germany gefährlich, weil wir uns darauf nicht vorbereiten können“, so der VDMA-Präsident. Da sei es wichtig, dass die deutsche Regierung offene Grenzen und freien Handel fördere und sich bei Vorschriften für Firmen mäßige. Schließlich finden drei Viertel aller in Deutschland hergestellten Maschinen ihre Abnehmer im Ausland. Bisher gelang es den Unternehmen, Ausfälle in ausländischen Märkten durch Geschäfte in anderen Ländern auszubalancieren. Jedoch prognostiziert der VDMA weitere Probleme im Geschäft mit Russland aufgrund der gegen diese Nation verhängten Zwangsmaßnahmen. Derzeit stagniert das Maschinenbau-Business dort.

Alles in allem blickt die Branche positiv gestimmt in die Zukunft. Für 2017 erwartet der VDMA-Chef ein Produktionsplus von 3 Prozent, wobei der Export weiter kräftig mitspielen soll. „Das Geschäftsklima im deutschen Maschinenbau ist so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr. Trotz intensiveren Wettbewerbs liegt die Kapazitätsauslastung mittlerweile wieder bei über 85 Prozent“, sagt Alexander Mann.

Bild: Fotolia.com - Kadmy

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